Mordfall Neustadt: Das sagen Anwalt & Gutachter

Mit einer Unfallvariante sorgte der mordverdächtige Yazan A. (19) heute in Wr. Neustadt für Aufsehen. Jetzt nimmt sein Anwalt dazu Stellung.
Manuela K. soll am 13. Jänner rasend vor Eifersucht von der Parkbank in der Pottendorfer Straße beim Wodica-Park in der "Allzeit Getreue" aufgesprungen sein, das Gleichgewicht verloren haben und unglücklich auf die Kante der Parkbank gestürzt sein.

"In der ersten Expertise, gleich nachdem die Leiche gefunden worden war, sprach Gutachter Denk von einer erheblichen Gewalteinwirkung, etwa mit dem Unterarm oder einem Gürtel. Heute kam bei der Tatrekonstruktion die Version auf, dass das Opfer zwar mit einem Gürtel, aber nicht um den Hals gewickelt, erdrosselt worden sein könnte. Man muss sich das so vorstellen: Der Täter soll den Gürtel oder anderen Gegenstand mit beiden Händen an den Enden gehalten haben und fest zugedrückt haben", so Anwalt Andreas Reichenbach. Darin sieht der Advokat einen Widerspruch.

Drogen und Alkohol

Beim Lokalaugenschein in Wr. Neustadt demonstrierte ein Polizist, auf Wunsch des Sachverständigen, eine Person, die mit dem Rücken am Boden lag, zu "erwürgen". Diese Darstellung rüttelte Yazan A. jedoch auf, er reagierte sehr verstimmt. Weiters wichtig: Der mordverdächtige Yazan A. hatte Drogen intus. "Speed und Cannabis", so sein Verteidiger Reichenbach, zudem hatte der Syrer auch getrunken. "Dies war aber weder im Blut noch im Urin nachweisbar." Beim Opfer wurde indes eine Alkoholisierung festgestellt.

Wie berichtet hatte Yazan A. (19) bei der Tatrekonstruktion am Donnerstagvormittag bekannt gegeben, dass er unschuldig sei. Es sei zum Treffen gekommen, sie hätte ihm noch einen Cheeseburger mitgenommen, dann hätte man auf der Bank Zärtlichkeiten ausgetauscht. Seiner Ausführung nach, starb Manuela K. an einem tragischen Unfall. Die 16-Jährige soll, nachdem ihr der Syrer mitgeteilt hatte, genau auf dieser Bank fremdgegangen zu sein, wutentbrannt auf die Bank gestiegen, dort gestürzt und mit dem Hals auf die Kante der Banklehne gefallen sein.

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Laut Staatsanwaltschaft widerspreche die Unfallversion jedoch klar der Spuren- und sonstigen Beweislage. Auch ein Ermittler schüttelte danach nur den Kopf: "Absurde Schutzbehauptung." Yazan A. bleibt weiterhin in U-Haft, die nächste Haftverhandlung findet am 27. Februar statt. Der Verdächtige sitzt in der Justizanstalt Eisenstadt, nachdem er in Wr. Neustadt zum Feindbild geworden war. Die Ermittlungen führt weiterhin die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Auch die Mutter (42) der toten Manuela sprach immer von einem eifersüchtigen und besitzergreifenden Yazan A., der dann ihre Tochter sogar gestalkt haben soll. Die 16-Jährige wollte laut Mutter nichts mehr mit Yazan A. zu tun haben, doch der Syrer gab nicht auf, verfolgte die junge Frau – das ganze Interview mit der Mutter lesen Sie hier.

(Lie)

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