Szene

Yves Saint Laurent-Bio und IRA-Drama begeistern

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:22

Der Rummel der Eröffnungs-Gala ist vorbei. Jetzt kommt bei der Berlinale der Wettbewerb um den Goldenen Bären auf Touren. Am Freitag beeindruckte der britische Anti-Kriegsfilm "71" über die Schrecken des Nordirland-Konflikts der Siebziger Jahre. Außer Konkurrenz gabs strahlenden Applaus für "Yves Saint Laurent", die Film-Bio des Mode-Giganten.

auf Touren. Am Freitag beeindruckte der britische Anti-Kriegsfilm "‘71" über die Schrecken des Nordirland-Konflikts der Siebziger Jahre. Außer Konkurrenz gab’s strahlenden Applaus für "Yves Saint Laurent", die Film-Bio des Mode-Giganten.

Die Frauen liebten ihn, und er liebte sie auch – aber nur, um sie stilvoll anzukleiden: Yves Saint Laurent (1936 – 2008) war einer der größten Modeschöpfer des 20. Jahrhunderts. Obendrein war der schüchterne Brillenträger, der schon mit 21 Jahren Art Director im Haus Dior wurde, ein fescher junger Mann. Allerdings: "Der steht nur auf Jungs", raunt eine enttäuschte Schöne in "Yves Saint Laurent", dem Film, einer Freundin zu.

Die Filmbiografie des Modeschöpfers, die bei der Berlinale Premiere hatte, könnte sich zum Kino-Hit entwickeln. Regisseur Jalil Lespert inszenierte ein großes, elegantes Melodram über die Liebe von YSL, so sein berühmtes Namenskürzel, zur Mode – und zu seinem Lebenspartner Pierre Bergé.

IRA-Drama

Von den Reichen und Schönen zu den Kämpfen in einem erbitterten Bürgerkrieg. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass in Nordirland während der 1970er-Jahre mörderische Kämpfe tobten zwischen protestantischen Briten und katholischen Iren. Regisseur Yann Demange folgt in "‘71" der Spur eines frisch rekrutierten jungen Soldaten aus England. Der muss bei seinem ersten Einsatz in Belfast zunächst mitansehen, wie ein Kamerad erschossen wird und gerät dann selbst ins Dauerfeuer der Kämpfer von der IRA. "‘71" ist ein beinhartes und spannendes Kriegsdrama, das die ganze Sinnlosigkeit bewaffneter Konflikte auf den Punkt bringt: Seit vielen Jahren sind alle Beteiligten der Konflikte von damals Bürger der EU.

"Yves Saint Laurent" und "‘71" sind Filme, die keine berühmten Darsteller brauchen, um ganz großes Kino entstehen zu lassen. Doch ausgerechnet der am stärksten besetzte Film des Tages hinterließ am Freitag bei der Berlinale den schwächsten Eindruck.

Whitaker und Keitel in mauem Thriller

Der Oscar-Preisträger spielen im Thriller "Two Men In Town" zwar hinreißend gut, scheitern aber an einer schwachen Story. Der Plot: Ein Häftling (Whitaker), der 18 Jahre wegen Mordes absaß, kehrt in seinen Heimatort zurück. Eine Bewährungshelferin (Blethyn) tut alles, um ihm den Neustart zu erleichtern. Doch ein zynischer Sheriff (Keitel) will die Existenz des Mannes zerstören. Eine Katastrophe scheint unausweichlich…

Am Samstag steht in Berlin einer der programmierten Höhepunkte des Festivals bevor: kommt zur Premiere seines Kunst- und Anti-Nazi-Thrillers "The Monuments Men".

Gunther Baumann, Berlin

Mehr über die Berlinale und alle aktuellen Filme auf

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen