Über eine Dating-App lernte die von Geldsorgen geplagte 19-jährige den 51-jährigen Zahnarzt aus Wien kennen. Bereits vor dem Treffen erhielt die junge Frau einen 500 Euro Einkaufsgutschein für intime Bilder. Der Mediziner ließ wissen, dass er die Frau auch künftig für sexuelle Gefälligkeiten finanziell unterstützen würde. Dem 20-jährigen Bekannten der Beschuldigten, der auch Gefühle für sie hegte, gefiel diese Idee ganz und gar nicht.
"Ich wollte nicht, dass sie sich verkauft", berichtete er laut "APA". Der junge Mann schmiedete einen Plan: Die 19-jährige solle, wenn sie sich mit dem Arzt in einem Hotel trifft, die Türe öffnen und ihn herein lassen. Mit einem Teleskopstock bewaffnet drohte er seinem Opfer mehrmals, bis dieser ihm 2.200 Euro und ein Mobiltelefon übergab - das Pärchen trat daraufhin die Flucht an.
Der Prozess startete bereits vor zwei Wochen. Da der Erstbeschuldigte sich mit Corona infiziert hatte, wurde mit der Verhandlung gegen die 19-jährige Frau begonnen. Diese zeigte sich nicht umfassend geständig, woraufhin das Gericht beschloss, den Prozess auf den 24. März zu vertagen, um dann alle Beschuldigten und Zeugen zu befragen. Der 20-jährige gestand die Tat, die Idee sei von ihm gekommen.
"Peinlich genug" sei das Ganze, so der Arzt im Zeugenstand – er erstattete keine Anzeige. Durch die Handydatenauswertung konnte der Beschuldigte im Dezember des Vorjahres festgenommen werden. Am 24. März wurde er wegen schweren Raubes und wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer teilbedingten Haftstrafe von 18 Monaten, drei davon bedingt, verurteilt. Seine mutmaßliche Komplizin erhielt 16 Monate bedingte Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es gilt die Unschuldsvermutung.