"Zecke biss mich, jetzt kämpfe ich ums Überleben"

Ein Foto aus besseren Zeiten (l.), doch ein Zeckenbiss fesselte Mario P. ans Bett.
Ein Foto aus besseren Zeiten (l.), doch ein Zeckenbiss fesselte Mario P. ans Bett.zVg
Mario P. wurde vor zehn Jahren von einer Zecke gebissen, leidet seitdem unter vielen Symptomen. Doch erst vor drei Jahren erhielt er eine Diagnose. 

"Hätte ich keine Kinder, wäre ich nicht mehr da", stellt Mario P. (Name geändert) im Gespräch mit "Heute" traurig fest. Vor über zehn Jahren wurde der Niederösterreicher aus dem Bezirk Amstetten von einer Zecke gebissen: "Ich hatte diesen typischen roten Kreis, er war etwa 30 Zentimeter groß. Mein damaliger Arzt verschrieb aber nur eine Cortison-Salbe und kein Antibiotikum", erinnert sich der Vater zweier Söhne (6 und 9 Jahre).

Mit der Zeit begann Mario P., die ersten Symptome zu entwickeln: "Ich hatte Sehstörungen, die Buchstaben verschwammen. Der Augenarzt verschrieb mir eine Brille, aber als ich sie aufsetzte, konnte ich noch immer nicht scharf sehen", erzählt der 40-Jährige gegen FSME-Geimpfte. 

"Die Ärzte schoben alles auf eine psychische Erkrankung. Aber ich wusste: Ich bin nicht durchgeknallt, ich kämpfe um mein Leben!" - Mario P.

Die Liste der Symptome, die den Niederösterreicher bis heute quälen, wurde immer länger: "Ich habe starke Muskelkrämpfe und Muskelschwund sowie Herpes am ganzen Körper, kann heute kaum noch stehen. Durch Durchblutungsstörungen wurden meine Zehen fast schwarz. Ich hatte eine Art von epileptischen Anfällen, war dabei aber bei vollem Bewusstsein. Auch kreisrunder Haarausfall und Sprach- sowie Gedächtnisstörungen treten auf, manchmal verwechsle ich zum Beispiel die Namen meiner Kinder", zählt Mario P. nur einige Symptome der Krankheit mit den 1.000 Gesichtern auf.

Die Symptome wurden immer schlimmer – zahlreiche falsche Behandlungen sowie Fehldiagnosen wie Multiple Sklerose und amyotrophe Lateralsklerose (ALS) waren die Folge: "Die Ärzte schoben schließlich alles auf eine psychische Erkrankung und wollten mich in die Psychiatrie stecken. Aber ich wusste: Ich bin nicht verrückt, ich kämpfe um mein Leben! Ich hätte damals so gerne eine richtige Diagnose gehabt", meint der 40-Jährige.

Borreliose-Diagnose erst vor drei Jahren

Im Juni 2019 kam schließlich der komplette Zusammenbruch: "Aufgrund massiver körperlicher und neurologischer Beschwerden wurde ich arbeitsunfähig und endete als Pflegefall. Ich war über ein Jahr lang zu 80 % ans Bett gefesselt, musste liegend essen und brauchte für alles Hilfe", berichtet Mario P., der früher regelmäßig am Erzberg-Rodeo teilnahm.

Mittels Bluttest wurden schlussendlich die Diagnosen Lyme-Borreliose, Bartonellose und Babesiose gestellt: "Die Borrelien bohren sich durch mein Gehirn, ich habe eine chronische Gehirnentzündung. Vor allem mein Nervensystem ist stark betroffen. Ich gehe langsam daran zugrunde."

"Ich habe wirklich alles versucht – von TCM bis zur orthomolekularen Medizin, aber nichts hat langfristig geholfen." - Mario P.

Jahrelang hatte Mario P. alle möglichen Therapien im Bereich der Alternativmedizin ausprobiert: "Ich habe wirklich alles versucht – von TCM bis zur orthomolekularen Medizin, aber nichts hat langfristig geholfen – auch monatelange Antibiotika-Einnahmen nicht." Schließlich stieß der Niederösterreicher auf eine neue, viel versprechende Krebs-Therapie, die in Deutschland angeboten wird.

Seit Anfang September probiert Mario P. diese aus: "Die Therapie, bei der Insulin gegen die Borrelien eingesetzt wird, ist meine letzte Hoffnung. Aber ein Tag in der Klinik kostet 1.000 Euro, die Krankenkasse übernimmt leider keine Kosten. In all den Jahren habe ich bereits rund 130.000 Euro für Therapien ausgegeben, habe mein Auto, meine Vespa-Sammlung und viele andere private Gegenstände verkauft. Jetzt bin ich finanziell am Ende", erklärt der ehemalige Pkw-Testfahrer.

Spendenaktion auf Homepage

Der 40-Jährige bittet daher um Unterstützung und hat auf der Homepage "gofundme" eine Spendenaktion gestartet: "Mein Ziel ist es, soweit wiederhergestellt zu werden, dass ich wieder arbeiten kann, um selbst das Geld für meine weitere Therapie zu verdienen. Ich bin für jede Spende, egal in welcher Höhe, dankbar."

Spendenkonto: Empfänger R.H., Sparkasse Oberösterreich, AT37 2032 0261 0204 5158

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