Zehntausende strömten trotzt Corona in Einkaufszentren

Während die Österreicher die Skipisten stürmten, verzeichneten in der Schweiz Shopping Center einen unglaublichen Run. Es kam zu langen Schlangen.

Nach drei Tagen Lockdown war das Shoppingbedürfnis der Menschen offenbar groß: "Es war ein riesiger Andrang", sagt Natasa I. (24) gegenüber "20 Minuten". Sie besuchte am Montag das Zürcher Glattzentrum – habe dieses nach fünf Minuten aber wieder verlassen: "Das Gedränge war sehr unangenehm, Abstände wurden nicht eingehalten, vor jedem Laden musste man anstehen."

Ähnliche Szenen spielten sich im Luzerner Emmen-Center ab: "Uns ist das Shoppen schnell verleidet", sagt K.Z. (39). Die jeweiligen Wartezeiten vor den einzelnen Läden von rund einer Viertelstunde seien mühsam. "Es war viel zu wenig Abstand, zu wenig Platz, man konnte sich nirgends hinsetzen", sagt K. Dafür habe es aber in den Läden drin wenige Leute gehabt.

"Vom Empfinden her war es sicherlich anders"

"Der Kundenandrang war groß, jedoch vergleichbar mit den Vorjahren", sagt Roland Jungo, Leiter des Emmen-Centers. Das Einkaufszentrum befolge die Richtlinien des Bundes. "Vom Empfinden her war es sicherlich anders, da die Zugangsbegrenzungen zu Warteschlangen vor einzelnen Geschäften führen." Am Dienstag sei die Situation aber bereits "entspannter" gewesen, teilt Jungo mit: Es habe weniger Besucher gehabt, und die Organisation sei optimiert worden.

Der Andrang sei nach den Weihnachtsfeiertagen jeweils größer als an normalen Wochentagen. Trotzdem: Die maximale Anzahl von 5.700 Personen, die im Glatt gleichzeitig zugelassen sind, "war zu keiner Zeit erreicht", teilt Lisa Rennefahrt, Sprecherin des Glattzentrums, mit. Mit zusätzlichem Sicherheitspersonal und einem Konsumverbot für Lebensmittel und Getränke habe sich das Glatt auf den Andrang vorbereitet.

35.000 Personen an einem Tag

Trotzdem fällt die Bilanz der Einkaufszentren laut eigenen Angaben schlechter aus als in den Vorjahren: "Aufgrund der Corona-Restriktionen waren die Frequenzen vergleichsweise schwach", schreibt das Shoppi Tivoli in Spreitenbach auf Anfrage. Geöffnet seien derzeit einzig Geschäfte mit Gütern des täglichen Bedarfs. Das Einkaufszentrum habe deshalb am Montag nur rund 7.200 Besucher gezählt – normalerweise könne nach Weihnachten mit einer dreimal so hohen Frequenz gerechnet werden.

Im Ostschweizer Einkaufszentrum Shopping-Arena verkehrten am Montag über den ganzen Tag verteilt 35.000 Personen – rund 5.000 Menschen weniger als in Jahren ohne Pandemie. "Wir haben den Vorteil, dass wir eine große Mall haben", sagt Centerleiter Marc Schäfer. Gleichzeitig hätten sich 4.000 Personen im Komplex inklusive Parkhaus und Ikea aufgehalten, die Maximalgrenze liege bei 5.000.

Hoffen auf Impfung

Generell sei im Vergleich zum Vorjahr die Besucherfrequenz seit Einführung der Maskenpflicht um rund 18 Prozent gesunken: "Die Leute sind vorsichtiger geworden", sagt Schäfer. "Die Menschen kommen seltener vorbei – kaufen dafür jeweils mehr ein." Trotz der vielen Besucher am Montag: Die Zukunft zu planen, sei derzeit schwierig, sagt Marc Schäfer aus St. Gallen. "Wir leben aktuell von der Hand in den Mund und hoffen, dass die Situation mit der Impfung besser wird."

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