Eisschnelllauf-Star Jutta Leerdam überrascht ihre Fans mit einer unerwarteten Ankündigung. Nach ihrer erfolgreichen vergangenen Saison nimmt sich die 27-Jährige eine Auszeit und wird vorerst keine Rennen bestreiten.
Auf ihrem YouTube-Kanal sprach die Niederländerin in einem zwölfminütigen "Life Update" über ihre Zukunft. "Höre ich auf zu laufen? Eines ist sicher: Ihr werdet mich diese Saison nicht auf dem Eis sehen. Das steht fest. Aber aufhören? Das klingt zu endgültig", erklärte Leerdam.
Damit legt die siebenfache Weltmeisterin ihre Karriere zumindest für eine Saison auf Eis. Seit ihrem Weltcup-Debüt 2018 gehört Leerdam zu den erfolgreichsten Eisschnellläuferinnen der Welt. Bei den Olympischen Spielen 2022 holte sie über 1000 Meter Silber. Vier Jahre später krönte sie sich zur Olympiasiegerin. Vor den Augen ihres Freundes Jake Paul raste sie über ihre Paradedistanz in der Olympia-Rekordzeit von 1:12,31 Minuten zu Gold.
Nach all den Erfolgen möchte sich Leerdam nun anderen Dingen widmen. Ein endgültiges Karriereende will sie allerdings ausdrücklich nicht verkünden. "Ich war vom Eisschnelllauf besessen. Er ist ein wichtiger Teil von mir, ein wichtiger Teil meines Herzens. Es würde sich nicht richtig anfühlen, diese Tür komplett zu schließen. Ich liebe ihn viel zu sehr dafür", sagt die 27-Jährige.
Auch ihre persönliche Situation spiele bei der Entscheidung eine Rolle. "Ich bin 27, das Leben verändert sich, Gefühle verändern sich, und ich könnte mich nicht wohl dabei fühlen, zu sagen, dass ich für immer aufhöre."
Statt Training, Wettkämpfen und der Jagd nach Medaillen steht für Leerdam nun das eigene Wohlbefinden im Vordergrund. "Ich nehme mir diese Zeit für mich, um Neues zu lernen, glücklich zu sein und einfach das zu tun, was mir guttut", erklärt sie.
Die Olympiasiegerin sieht darin eine neue Herausforderung: "Das ist meine neue Motivation, das ist mein neues Ziel. Und ich finde, ich habe es verdient, mir diese innere Ruhe und diese Freiheit jetzt zu gönnen. Und im Moment fühlt es sich am besten an, mich selbst in den Mittelpunkt zu stellen."