Arbeiter eines Nationalparks an der Küste Floridas machten eine seltsame Entdeckung: Ein großes, rundes Metallobjekt mit einer ihnen unbekannten Schrift.
Schnell war geklärt, dass die Inschrift kyrillisch und im konkreten russisch ist: "Гидрометслужба СССР" steht darauf, quasi das "Hydrometrische Institut der UdSSR", also der seit 1991 nicht mehr existierenden Sowjetunion. Und "Подъемность 3000 кг", also 3.000 Kilogramm Tragkraft.
Die Hydrometrie gehört zur Wetterforschung und beschäftigt sich mit Wasser in der Atmosphäre. Und dafür werden oft Bojen verwendet, so wie diese, die von Hurrikan Irma an Land geblasen wurde.
Überbleibsel aus Kaltem Krieg
Doch ganz so harmlos dürfte die Aufgabe der Boje nicht gewesen sein: Mittlerweile befassen sich Ermittler der US-Marine damit. Denn sie vermuten, dass die Boje auch einen anderen Zweck erfüllt habe: Spionage und Navigationshilfe für sowjetische Schiffe und U-Boote auf dem Weg zum damaligen Verbündeten Kuba. Denn die Insel liegt an der nächsten Stelle nur rund 160 Kilometer von Florida und damit den USA entfernt.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte man natürlich andere Sorgen, als Bojen in der Karibik wieder einzusammeln. Daher ist es gut möglich, dass noch weitere von ihnen auf hoher See treiben.
(jm)