In St. Georgen in OÖ stehen 15 beheizte Acht-Mann-Zelte, in denen seit gestern Flüchtlinge schlafen. In Klagenfurt und Villach sind es je fünf, sie sind schon seit dem Wochenende bewohnt.
Grund ist ein bundesweites Kapazitätsproblem der Flüchtlingsunterbringung. 5.600 Personen sind bei der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) untergebracht, die eigentlich in einem Länder-Quartier sein sollten.
Neue Ankömmlinge müssen darum in Zelte. Beinahe kein Bundesland erfüllt die vorgegebene Quote. Ganz hinten liegen Vorarlberg, Tirol und Kärnten. Heute geht es mit den Vorbereitungen für weitere Zelt-Quartiere in Tirol und Vorarlberg weiter, berichtet die BBU.
Wien übererfüllt die Quote mit 179 Prozent, dennoch schafft man hier im ehemaligen Biologiezentrum in der Althanstraße 500 weitere Plätze.
In den Zelten kommen allein reisende Männer ohne Bleibewahrscheinlichkeit unter. Vorwiegend stammen sie aus Indien, Tunesien und der Türkei. Frauen und Kinder landen in festen Unterkünften.
Die Länder sind erzürnt, können aber wenig ausrichten: Die Zelte werden auf Boden des Bundes errichtet. St. Georgens Bürgermeister droht nun, die Autobahn zu sperren. Man bleibe im Dialog, so Innenminister Karner (ÖVP). Oberstes Ziel sei vorerst, Obdachlosigkeit zu verhindern.