Im Verfahren gegen die fünf mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 hat die eigenmächtige Zensur einer Voranhörung durch die US-Regierung Kritik ausgelöst. Militärrichter James Pohl ordnete an, dass Regierungsvertreter das Audiosignal für die Zuschauer der Sitzungen im US-Gefangenenlager Guantanamo nicht mehr ohne seine Zustimmung kappen dürften.
Im Verfahren gegen die fünf mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 hat die eigenmächtige Zensur einer Voranhörung durch die US-Regierung Kritik ausgelöst. Militärrichter James Pohl ordnete an, dass Regierungsvertreter das Audiosignal für die Zuschauer der Sitzungen im US-Gefangenenlager Guantanamo nicht mehr ohne seine Zustimmung kappen dürften.
Zum Auftakt der mehrtägigen Anhörung am Montag hatte eine Zensurstelle der Regierung Passagen über harsche Verhörmethoden in CIA-Geheimgefängnissen unkenntlich gemacht.
"Der Richter und nur der Richter" entscheide, was im Gerichtssaal passiert, sagte Pohl verägert. Zwar bekräftigte er, dass bestimmte Informationen aus Gründen der nationalen Sicherheit nicht an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Wann eine Zensur der Anhörung nötig sei, liege aber im richterlichen Ermessen. Das Audiosignal aus dem Sitzungssaal in Guantanamo wird mit einer Verzögerung von 40 Sekunden in einen Raum übertragen, wo Journalisten und andere Beobachter des Verfahrens gegen die 9/11-Angeklagten sitzen.
Die Gruppe um den mutmaßlichen Chefplaner Khalid Sheikh Mohammed blieb am Donnerstag, dem abschließenden Anhörungstag, erneut der Sitzung fern. Nur am Montag waren sie vor Militärrichter Pohl erschienen. Am 11. Februar soll eine weitere Anhörung zur Vorbereitung des Prozesses beginnen. Ein Datum für den Beginn der Hauptverhandlung steht noch nicht fest.
Bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington waren 2001 fast 3000 Menschen getötet worden. Neben dem aus Kuwait stammenden Mohammed müssen sich der Saudiaraber Mustafa Ahmad Al-Hawsawi, der Pakistaner Ali abd Al-Aziz Ali sowie die Jemeniten Ramzi Binalshibh und Walid bin Attash für eine Verwicklung in die Anschläge verantworten. Binalshibh wohnte in der Hamburger Terrorzelle zusammen mit Mohammed Atta, dem Anführer der Todespiloten vom 11. September.