Zentralbank senkt überraschend Leitzins

Damit hat zu diesem Zeitpunkt niemand gerechnet: Der neuen Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi hat am Donnerstag überraschend den Leitzins von 1,5 auf 1,25 Prozent gesenkt. Die meisten Ökonomen hatten trotz der drohenden Rezession und der Staatsschuldenkrise zunächst keine Zinssenkung erwartet.

Da die Inflation im Euro-Raum weit über dem Zielwert der Währungshüter von knapp unter 2 Prozent liegt, war man eher von höheren Zinsen ausgegangen. Der niedrigere Zinssatz verbilligt nun die Kredite, womit Unternehmen zu Investitionen animiert und die Verbraucher zum Kauf angeregt werden.

Die EZB will mit der Senkung um 0,25 Prozent die Konjunktur ankurbeln - ein zweischneidiges Schwert: niedrige Zinsen befeuern die Inflation. Draghis Vorgänger Jean-Claude Trichet ging weniger Risioko ein. Um für Preisstabilität bei gestiegenen Risiken zu sorgen, hatte Trichet den Leitzins in zwei Schritten von 1,0 auf 1,5 Prozent angehoben.

Aktienmärkte machen Gewinne

Die Aktienmärkte haben aufgrund der Leitzinssenkung ihre Gewinne leicht ausgebaut. Der Wiener Aktienindex ATX stieg um 2,49 Prozent auf 1.984,20 Zähler, der deutsche DAX machte ein Plus von 3,08 Prozent.

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