Zerreißt die Euro-Krise die Europäische Union?

Der Mittwoch steht im Zeichen der zunehmenden Spaltung innerhalb der EU. In Brüssel treffen sich zuerst die Staats- und Regierungschefs der EU-27. Die wesentlichen Entscheidungen fallen aber beim anschließenden Gipfel der 17 Euro-Staaten.

Der Mittwoch steht im Zeichen der zunehmenden Spaltung innerhalb der EU. In Brüssel treffen sich zuerst die  Staats- und Regierungschefs der EU-27. Die wesentlichen Entscheidungen fallen aber beim anschließenden Gipfel der 17 Euro-Staaten.

In Brüssel finden am Mittwoch zwei Gipfeln statt. Zuerst das Treffen der 27 EU-Staats- und Regierungschefs und danach der Gipfel der 17 Euro-Staaten. Selten war die Spaltung der EU so sichtbar wie derzeit. Denn die wichtigen Entscheidungen über den effektiveren Einsatz des Rettungsschirms EFSF und die Vorentscheidung zur Umschuldung Griechenlands werden auf dem Euro-Gipfel erwartet.

Cameron setzt ein Zeichen

Der britische Premier David Cameron reiste für nur 90 Minuten zum "Vorgipfel" an. Ein Erscheinen war für ihn notwendig, um Stärke zu demonstrieren. Denn auf dem letzten EU-Gipfel am Sonntag hatte er darauf beharrt, dass bei den Schlusserklärungen festgehalten wird, dass jede Vertragsänderung nur im Kreis der 27 beschlossen werden dürfe.

Angela Merkel war nie ein Fan von einer Teilung der EU, hat getrennte Gipfel aber zur Kenntnis genommen. In ihrer Regierungserklärung am Mittwoch warnte sie dennoch ausdrücklich vor einer Spaltung der EU. "Das will ich nicht, das ist nicht vernünftig", betonte sie. Zugleich mahnte sie aber, dass auch Deutschland sehr wohl einen Vertrag nur für die Euro-Zone anstreben werde, wenn Länder wie Großbritannien eine Änderung des EU-Vertrages insgesamt verhindern.

Sarkozy attackierte britischen Premier

Am Sonntag platzte Frankreichs Präsident Sarkozy nach Angaben von Diplomaten der Kragen. Er warf dem Briten Cameron vor, den Euro einerseits zu hassen und stets Fortschritte bei der EU-Integration zu blockieren, andererseits aber immer mitreden zu wollen. Dabei wird Cameron in seiner Heimat parteiintern dafür kritisiert, dass die Zusammenarbeit mit den Euro-Ländern schon zu weit geht.

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