Wien

Zeuge sah Vater (35) vor Bluttat mit Messer in der Hand

Am Tag nach der Bluttat in Wien-Ottakring schwebt der verdächtige Syrer (35) weiter in Lebensgefahr. Im Haus beim Brunnenmarkt herrscht Betroffenheit.
Christian Tomsits
04.07.2023, 20:18
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Das 28-jährige Opfer wohnte schon seit ca. zwei Jahren in der maroden Altbauwohnung im ersten Stock. Beim "Heute"-Lokalaugenschein in der Brunnengasse, gleich beim Marktgebiet, sind die Spuren des furchtbaren Dramas im Innenhof des Wohnhauses noch deutlich sichtbar. Sogar die Tretroller der Kinder (sie befinden sich in der Obhut des Jugendamts) stehen völlig verwaist im Stiegenhaus vor dem Lift – er ist außer Betrieb.

Verdächtiger war frisch eingezogen

Ein Zettel verspricht, dass er bald repariert werden solle. Darunter wurde mit Filzstift in großen Lettern "WANN?" hingekritzelt. Bei Nachbarn ist die Betroffenheit nach der Messerattacke groß, doch keiner will den verdächtigen Syrer (35) gekannt haben. Wie auch: Der Mann lebte –  wie berichtet – erst seit wenigen Wochen in der Wohnung seiner Partnerin, war dort noch nicht einmal gemeldet.

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Warum es am Montag um 13:45 Uhr plötzlich zur Bluttat kam, ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Sicher ist: Nur eine Stunde vor der Attacke war die brutale Eskalation in der Wohnung noch nicht abzusehen.

Wie "Heute" vor Ort in Erfahrung bringen konnten, trafen zwei Hausarbeiter unmittelbar vor dem Streit die 28-Jährige an der Wohnungstüre. "Sie hat da noch gelacht und erzählte uns, dass sie aus Kurdistan komme. In der Wohnung sahen wir eines der Kinder, ich glaube es war das Mädchen – und den Mann", so der Wiener.

Er sah auch den 35-jährigen Vater in der Küche hantieren. "Er hielt das Küchenmesser in der Hand und schnitt damit gerade Gemüse." Dass er damit kurz darauf die dreifache Mutter erstochen haben soll, geht dem Mann seither nicht mehr aus dem Kopf. "Ich musste die ganze Nacht darüber nachdenken." Sein Kollege kann es ebenfalls kaum glauben: "Wir sind sehr schockiert. Wenn er da schon die Frau bedroht hätte, wäre ich dazwischen gegangen", ist er sich sicher.

Video: Riesen-Einsatz am Brunnenmarkt

Ermittler dürften davon ausgehen, dass die Tat im Affekt ausgeführt wurde und nicht von langer Hand geplant war. Laut Anwohnern wurde der Syrer schlussendlich ohne Schuhe und Socken im Lichthof gefunden. Er muss mehrere Stockwerke nach oben gegangen sein, bevor er rund 10 Meter in die Tiefe stürzte.

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Mögliches Motiv: Eifersucht?

Das genaue Motiv des mutmaßlichen Mordes liegt noch völlig im Dunklen, vieles spricht für Eifersucht. Doch der Verdächtige ist noch nicht ansprechbar. Auch die Obduktion des Opfers (28) steht noch aus. Ein Messer, die mutmaßliche Tatwaffe, wurde in der Wohnung sichergestellt. Die Außenstelle West des Landeskriminalamts Wien leitet die Ermittlungen. Für den Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

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