Zeugen nach Sturz im 13A und Todesfall gesucht

Bild: Screenshot ORF

Einen rätselhaften Todesfall aus dem Jahr 2012 rollt die Sendung "Bürgeranwalt" auf ORF2 am Samstag neu auf. Eine Pensionistin stürzte im Mai 2012 im Bus der Linie 13A, vier Monate später starb sie. Der Bruder der Frau brachte Klage ein.

Einen rätselhaften Todesfall aus dem Jahr 2012 rollte die Sendung "Bürgeranwalt" auf ORF2 am Samstag neu auf. Die 75-jährige Bilanzbuchhalterin Ingeborg Lukes stürzte im Mai im Bus der Linie 13A, vier Monate später starb sie. Der Bruder der Frau, Ernst Lukes, brachte Klage ein, nun werden Zeugen für den Vorfall gesucht.

Laut ORF wurde die 75-jährige Ingeborg Lukes durch den Sturz in einem Bus der Linie 13A ausgehend von der Station Ecke Lamprechtsgasse schwer verletzt. Der Chauffeur soll losgefahren sein, bevor sich die betagte Frau hinsetzen konnte. "Meine Schwester wurde zwischen die Sitze geschleudert, erlitt auf der rechten und linke Seite einen Rippenbruch. Eine Rippe drang in die Lunge ein, ein Schulterblatt wurde zertrümmert, erklärte Ernst Lukes. Von da an gehen die Schilderungen des Vorfalls auseinander.

Laut Ernst Lukes und dessen Anwalt fuhr der Buslenker ohne anzuhalten bis zur nächsten Station weiter, während sich andere Fahrgäste im vollen Bus um die Verletzte kümemrten - und ließ sich dort eine Arztverzichtserklärung unterschreiben. Dann fuhr die Frau offenbar bis zur Endstation weiter mit und machte sich schließlich schwer verletzt auf den Heimweg. Dort fiel ihr zwei Stunden später die Lunge zusammen, Ingeborg Lukes fuhr mit dem Taxi ins Wiener AKH und wurde dort notoperiert.

Chauffeur soll doch reagiert haben

Answer Lang, Sprecher der Wiener Linien, schildert den Vorfall anders. "Der Fahrer gab an, dass er von den Fahrgästen auf den Sturz baufmerksam gemacht wurde und sofort anhielt", so Lang. Mehrmals habe sich der Chauffeur bei der Frau erkundigt, ob alles in Ordnung sei und diese habe die Frage bejaht. Bei der nächsten Station wäre er wiederum stehengeblieben und habe sich noch einmal länger mit Frau Lukes unterhalten - wieder soll sie erklärt haben, dass es ihr gut gehe. "Wenn jemand eine ärztliche Behandlung verweigert, ist es Pflicht, dass eine Verzichtserklärung ausgefüllt wird", so Lang weiter. Die Frau sei dann nicht bis zur Endstation weitergefahren, sondern an der Station nach dem Sturz ausgestiegen.

Danach ist die Sachlage wieder eindeutig: Nach der ersten Notoperation im AKH wurde die Frau vier und fünf Tage nach dem Vorfall noch weitere Male operiert. Bei der vorletzten Behandlung sei es zu einer Blutvergiftung gekommen, nach der letzten Operation starb Frau Lukes vier Monate später an Nierenversagen. Zuvor soll es noch ihr Wunsch gewesen sein, dass wegen des Vorfalls Klage eingereicht werde. Die Versicherung der Wiener Linien verweigerte aber offenbar ein Schmerzensgeld, denn man sehe das Alleinverschulden für den Sturz bei Frau Lukes und zwischen dem Sturz und ihrem Tod bestehe kein kausaler Zusammenhang.

Bruder hofft auf Zeugen

Ernst Lukes und sein Anwalt hoffen nun, dass sich Zeugen melden, die beim Vorfall im Bus der Linie 13A am 15. Mai 2012 um etwa 7.45 Uhr dabei waren und mehr Licht in die Sache bringen können. Für den Anwalt steht fest: Man könne sich da sicher einig werden, denn Frau Lukes alleine die Verantwortung für ihren Tod zuzuschieben, sei nicht in Ordnung. Die Wiener Linien geben sich hingegen zurückhaltend: Man wolle erst weitere Gutachten und das mögliche Gerichtsverfahren abwarten, bevor man etwas sagen könne.

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