Österreich

Zeugin: "Ich warnte Opfer vor der Polin"

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:09

Mit Zeugenbefragungen ist am Landesgericht Krems am Mittwoch der dreitägige Prozess um den laut Anklage durch Gift eingetretenen Tod von zwei Pensionisten fortgesetzt worden. Dabei erzählte eine Zeugin, dass die Angeklagte eines der Opfer, Herbert A., heiraten wollte. Und, dass sie ihren Bekannten vor der Polin gewarnt hätte.

fortgesetzt worden. Dabei erzählte eine Zeugin, dass die Angeklagte eines der Opfer, Herbert A., heiraten wollte. Und, dass sie ihren Bekannten vor der Polin gewarnt hätte.

"Sie waren ein Paar, von Anfang an", erklärte eine Bekannte (48) des im Oktober 2010 verstorbenen Wieners Herbert A. (68), den die Beschuldigte ein Jahr zuvor über ein Partner-Inserat kennengelernt hatte. Damit widersprach die Zeugin den Aussagen der Angeklagten. Die 52-Jährige bestritt am Montag Liebesbeziehungen zu den Männern, sie wollte nur geputzt und gepflegt haben.

"Nie im Leben hat er eine Pflegerin gesucht", meinte die Zeugin beharrlich weiter. A. sei nach dem Tod seiner "fleißigen, sparsamen", aus Polen stammenden Ehefrau im Frühjahr 2009 sehr traurig gewesen und habe dann "unbedingt" eine polnische, schlanke Frau gesucht.

"Ich warnte Herbert"

Zwei Tage nach der ersten Verabredung sei die Angeklagte bei ihm eingezogen. Als diese 15.000 Euro - für eine angebliche Operation bzw. Schwangerschaft oder wegen Schmerzensgeldzahlungen nach einem Autounfall in Polen - von ihm wollte, habe sie ihren Bekannten gewarnt, meinte die Zeugin. Die Angeklagte habe sich als Witwe ausgegeben. "Er wäre nie eine Beziehung zu einer verheirateten Frau eingegangen", erklärte die 48-Jährige. Dass die Frau einen Sohn hatte, habe Herbert A. allerdings gewusst.

Keine Küsse zu Silvester

Zu Silvester habe sie das Paar eingeladen, erzählte die Zeugin und beschrieb die Angeklagte als elegant und schüchtern. Einen Walzer zu Mitternacht hätten sie nicht getanzt und sich auch nicht geküsst, räumte sie auf Verteidigerfrage ein.

Im Februar 2010 habe der 68-Jährige in einem ihrer häufigen Telefonate erzählt, dass er im Mai heiraten wolle - sie selbst hätte Trauzeugin sein sollen. Dann berichtete er, dass es ihm sehr schlecht gehe, die Ärzte aber nichts finden würden. Er wolle seine Wohnung an seine Partnerin abgeben, die ihn pflegen werde. Die Zeugin sah A. in der Folge nicht mehr.

Ein Urteil ist für Donnerstag geplant.

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