Österreich

Zeugin schildert Olivers Schreie bei "Entführung"

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:17

Im Sorgerechtsstreit um den fünf Jahre alten Oliver beginnt am Dienstag am Grazer Straflandesgericht der Prozess gegen seinen Vater. Er ist wegen Nötigung und Freiheitsentziehung angeklagt. Der Däne erschien Dienstag Vormittag vor Gericht. Kurz darauf wurde der Prozess auf Mittwoch vertagt.

Der Vater des fünfjährigen Oliver ist am Dienstag zu seinem Prozess im Grazer Straflandesgericht erschienen. Im Zusammenhang mit der Kindesentziehung hat die Staatsanwaltschaft den 41-Jährigen wegen schwerer Nötigung und Freiheitsentziehung angeklagt. Kurz darauf wurde der Prozess auf Mittwoch vertagt.

Die Mutter des Buben wartete bereits eine halbe Stunde vor Prozessbeginn bei Gericht. Am vergangenen Freitag (21. September) ist dem Dänen in seiner Heimat worden. Kurz vor Prozessbeginn erschien der Vater des fünfjährigen Oliver am Dienstag im Grazer Straflandesgericht. Die Staatsanwältin sprach in ihrem Eröffnungsvortrag von einem "Akt der Selbstjustiz" und schilderte, wie Thomas S. seinen Sohn vor dem Kindergarten in Graz der Mutter entzogen und ihn nach Dänemark gebracht hat.

Staatsanwältin Gertraud Pichler wies gleich zu Beginn darauf hin, dass "hier sicher nicht das Obsorgeverfahren geführt wird." Sie listete nochmals die gesamte Chronologie der Ereignisse auf. "Oliver ist schwer traumatisiert", so die Anwältin der Mutter, die als Zeugin geladen war.

Angeklagter bekannte sich nicht schuldig

Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig: "Weil ich in Dänemark die alleinige Obsorge habe". In Dänemark wird die Ausreise der Mutter mit dem Buben 2010 als Kindesentführung gesehen, so der Beschuldigte. "Warum? Die Mutter hatte da doch das Sorgerecht?", fragte Richter Günter Sprinzel. Die Mutter wäre verpflichtet gewesen, die Ausreise bekannt zu geben, so der Angeklagte.

Die Mutter des fünfjährigen Oliver war als Zeugin geladen und auch erschienen. Der Richter erklärte allerdings, er habe noch mehr Verhandlungen und werde deshalb auf Mittwoch vertagen. Eine Zeugin, die den Vorfall vor dem Kindergarten im April in Graz beobachtete, wurde gehört. Die Mutter des Buben soll erst am Mittwoch zu Wort kommen, sie wurde wieder weggeschickt.

"Mein Kind ist entführt worden"

"Ich habe mir gedacht, da will heute ein Kind aber überhaupt nicht in die Kinderkrippe", schilderte die Zeugin ihre Reaktion auf die Schreie des kleinen Buben. Erst dann habe sie gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Ein Auto raste weg "ich habe an Fahrerflucht gedacht". Dann habe sie die Mutter rufen gehört: "Mein Kind ist entführt worden". Der Prozess wurde auf Mittwoch, 10.00 Uhr vertagt.

Zuvor bezweifelte die Mutter von Oliver, Marion Weilharter, dass der Vater tatsächlich nach Graz kommen würde. "Wir haben ihm einen Vorschlag unterbreitet, auch jetzt in dieser Phase, wo der Oliver entführt ist. Er hat alles abgelehnt. Er war nicht an einer Strafmilderung interessiert. Ich habe ihm angeboten, gegenüber der Staatsanwaltschaft seinen 'Good Will'‘ auszudrücken, weil er mir im Prinzip das Kind zurückgebracht hat. Aber das hat er alles nicht wollen. Er will anscheinend nur sein Recht durchsetzen."

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