Schrei-Duell im ZiB-Studio – Kickl-Vize platzt der Kragen

Dagmar Belakowitsch (FPÖ) gab sich im ZIB2-Interview betont aggressiv. 
Dagmar Belakowitsch (FPÖ) gab sich im ZIB2-Interview betont aggressiv. Screenshot ORF
FPÖ-Vize Dagmar Belakowitsch war in der ZiB 2 zu Gast. Dabei kam es zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen ihr und Moderator Martin Thür.

Medizinerin und FPÖ-Klubobmann-Stellvertreterin Dagmar Belakowitsch stellte sich am Sonntag den Fragen von Martin Thür im ZIB2-Studio. Die Politikerin verfolgt aktuell zusammen mit FP-Chef Herbert Kickl einen harten Oppositionskurs. 

Darunter fällt auch der Ukraine-Kurs der Rechts-Partei. Belakowitsch lehnte zuletzt eine Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski im Parlament ab. "Wenn die Bundesregierung meint, den muss sie hören, dann kann sie ihn in den Ministerrat einladen", so Belakowitsch. 

So rechtfertigt Politikerin Ukraine-Politik

Eine Rede Selenskis entspreche nicht der österreichischen Neutralität, auch sei eine solche allein von der Geschäftsordnung des Parlaments nicht möglich. Eine falsche Behauptung: Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka kann nach Beratung im Präsidium sehr wohl "herausragende Persönlichkeiten der europäischen und internationalen Politik" einladen. Auch ORF-Moderator Thür konterte: "Die FPÖ ist ja selbst nicht neutral." Der Journalist verwies dabei auf den früheren Kooperationsvertrag der FPÖ mit der Putin-Partei "Einiges Russland".  Dann platzte der Politikerin der Kragen. "Herr Thür, Sie wissen, dass dieser Vertrag schon lange aufgelöst wurde", schrie sie den ZiB-Anchorman an. 

Kickl habe zu Beginn seiner Obmannschaft den Vertrag mit der Russen-Partei gekündigt. Die FPÖ sei darüber hinaus auch gegenüber dem russischen Präsidenten kritisch, versuchte sich Belakowitsch zu verteidigen. 

Dann kam Thür auf den harten Corona-Kurs der Politikerin zu sprechen und konfrontierte sie mit ihrer Impfschaden-Aussage. Belakowitsch betonte damals auf einer Demo, dass auf den Intensivstationen in Krankenhäusern vor allem Personen mit Impfschäden lägen.

Thür korrigiert Fake-News von FPÖ-Politikerin

"Das sind nämlich nicht die bösen Ungeimpften. Das sind ganz viele Geimpfte, die aufgrund eines Impfschadens behandelt werden müssen", sagte sie damals auf einer Demo im Dezember. "Warum erfinden Sie solche falsche Behauptungen?", fragte Thür. 

Eine nachweislich falsche Behauptung. "Die Aussage war vielleicht ein wenig überspitzt", gab Belakowitsch zu. In der Tendenz sei sie jedoch richtig. Belakowitsch führte angeblich geplante Kliniken in Deutschland für Personen mit Impfschäden ins Treffen. Doch Thür stellte die Fake-News der Politikerin richtig. Thür stützte sich dabei auf das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen. Dem Amt zufolge mussten 40-mal mehr Menschen im Krankenhaus wegen einer Corona-Infektion behandelt werden als wegen Nebenwirkungen der Schutzimpfung. 

Streit-Thema Corona-Politik

Die Corona-Linie spalte sogar die FPÖ, betonte Thür dann. Kurz vor Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 wurde Belakowitsch zur Bezirksparteiobfrau in Wien-Ottakring gewählt. Doch die Obmannschaft von Belakowitsch währte nicht lange. Nur kurze Zeit später wurde sie abgewählt. Angeblich wegen ihres Corona-Kurse, so erzählt man sich in der Partei. Das sei jedoch Humbug, rechtfertigte sich Belakowitsch. Sie habe bloß nicht mehr kandidiert. "Ich weiß nicht, was sie jetzt versuchen hier aufzumachen."

Zuletzt brachte Thür die Hofburgwahl ins Gespräch. 

Aktuell machen es die Blauen spannend, welchen Kandidaten sie in die Bundespräsidentenwahl im Oktober schicken. Parteichef Kickl hat für sich selbst eine Kandidatur bereits ausgeschlossen. Als heißestes Eisen im Rennen um eine Kandidatur gilt Susanne Fürst. Belakowitsch will sich nicht in die Karten schauen lassen. "Sie wäre mit Sicherheit eine ausgezeichnete Kandidatin", so die Kickl-Stellvertreterin. Wer für die FPÖ antritt, werde die Öffentlichkeit jedoch noch umgehend erfahren. 

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