Österreich

Zickenkrieg am Bahnhof endete vor Gericht

Heute Redaktion
14.09.2021, 00:46

Am Donnerstag stand eine 16-Jährige aus St. Pölten vor Gericht. Ihr wurde vorgeworfen eine Freundin aus Eifersucht am Bahnhof St. Pölten verdroschen und verletzt zu haben.

Die Gerichtsverhandlung konnte erst jetzt stattfinden, da bei der polizeilichen Einvernahme 2015 ein Tipp-Fehler im Namen die Zustellung der Gerichtsladung unmöglich machte. Die Ausforschung der Adresse dauerte dann eineinhalb Jahre.

Im September 2015 lösten Fotos eines Burschen am Handy der Freundin bei dem aus Bosnien stammenden, arbeitslosen Mädchen heftige Eifersuchtsattacken aus.

Sie passte die Beziehungs-Crasherin am Bahnsteig ab. Es wurde gestritten, das zutiefst enttäuschte Mädchen spuckte, schimpfte und kratzte: "Ich habe ihr nur mit der flachen Hand eine Watschen ins Gesicht gegeben. Ob ich sie getreten oder mit meinen Ballerinas verprügelt habe, daran kann ich mich nicht mehr erinnern."

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Auch von der Drohung "Wenn du etwas erzählst, dann steche ich dich ab" wollte die Angeklagte nichts mehr wissen und verantwortete sich mit Gedächtnislücken.

Angeblich wurde das Opfer bei den Attacken am Hals und am Oberschenkel verletzt: "Die hat mich richtig verdroschen und getreten." Erst fünf Tage später ging das verprügelte Mädchen zur Polizei. Aber dort wurden weder blaue Flecken noch Kratzer festgestellt. Und: Videoaufzeichnungen vom Bahnsteig zeigten auch keine Körperattacken, nur ein heftiger Wortwechsel war zu sehen.

Freundinnen, welche die Auseinandersetzung beobachteten, gaben bei der Zeugeneinvernahme durch Richter Markus Grünberger unterschiedlichste Angaben an. Aber keine konnte sich konkret an irgendetwas erinnern, von Verletzungen hätten sie nichts bemerkt. Die geschlossene Meinung: "Das ist alles schon so lange her, so genau haben wir nichts gesehen."

Richter Markus Grünberger fällte einen Freispruch in Zweifel (rechtskräftig). Seine Urteilsbegründung: die Aussagen von Opfer und Zeugen waren unglaubwürdig, Verletzungen wurden nicht festgestellt, die Anzeige bei der Polizei erfolgte erst fünf Tage nach dem Vorfall.

Er empfahl der schlagkräftigen, jungen Dame ein Anti-Gewalttraining zu absolvieren.



(ste)