Ziehvater getötet und im Wald einbetoniert

Daniel G. soll seinen Ziehvater einbetoniert haben.
Daniel G. soll seinen Ziehvater einbetoniert haben.Bild: Digi Steiermark
Ein Kärntner schenkte seinem Ziehsohn ein Haus. Doch statt Dank gab es Streit – bei dem der Ältere getötet wurde. Am Mittwoch fiel das Urteil.

Es ging wohl um verschwundene Mieteinnahmen, die der 70-Jährige aus Bad St. Leonhard 2015 bei einer Aussprache im Wald von seinem Ziehsohn forderte. Doch die Situation eskalierte gewaltig: Laut Anklage soll der 31-Jährige mehrfach auf den Pensionisten eingestochen haben. Als das Opfer verblutet war, rief der mutmaßliche Täter laut Anklage einen Freund an: "Es ist ein Scheiss passiert!"

Betäubung im Strip-Club

Der Mann kam rasch zu Hilfe und gemeinsam fuhren sie mit der Leiche im Wagen zu einem Baumarkt, besorgten Schaufeln und Erde und begruben den Toten nahe des Truppenübungsplatzes Seetaler Alpe. Nach getaner Arbeit, "wollten sie sich betäuben, um das ganze zu vergessen". Dazu fuhren sie in einen Stripclub in Bratislava und gönnten sich mit der Kreditkarte des Opfers Champagner und einen Tabledance.

Dies Abbuchung in dem Lokal sollte die Ermittler später zu den Tätern führen, doch zuvor wurde die Sache noch widerlicher: Nach ihrer Rückkehr nach Österreich suchten die beiden noch einmal das verborgene Grab des Ziehvaters auf. Dort bot sich ein makaberes Bild: Regen hatten den Leichnam beinahe zur Gänze freigelegt.

Stammkunden im Baumarkt

Daraufhin fuhren die Freunde in bewährter Weise wieder zum Baumarkt, kauften diesmal Beton und übergossen den bereits teilweise verwesten Toten. Wenig später wurden sie verhaftet.

Lebenslange Haft

Beim Prozess in Leoben sprachen die Angeklagten von einem Unfall: Der Ältere soll auf Daniel G. losgegangen sein und hätte sich bei einem Gerangel das Genick gebrochen. Der Ziehsohn hätte erst später auf den Toten eingestochen. Problem für die Anklage: Durch den schlechten Zustand der Leiche konnte der Gerichtsmediziner nicht mehr genau die Todesursache feststellen.

Das Verfahren war für zwei Tage anberaumt, doch schon am ersten Tag gab es überraschend ein Urteil: Lebenslange Haft für Daniel G.

Seine Mutter verkraftete das gar nicht, sie brach - genauso wie die Freundin des Verurteilten - im Gerichtssaal zusammen und musste vom Notarzt versorgt werden.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (mah/csc)

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