Am Donnerstag ging die Ehefrau von Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner gemeinsam mit seinem Anwalt an die Öffentlichkeit, um über den Gesundheitszustand ihres Mannes zu berichten.
Anfang der Woche sorgte ein für Schlagzeilen: Seiner Meinung nach sei Elsner verhandlungsfähig. Jetzt schlägt seine Ehefrau zurück und informierte die Medien über den tatsächlichen Gesundheitszustand ihres Mannes. Sie warf Steurer vor, einen kardiologischen Zwischenfall im Gerichtssaal in Kauf zu nehmen. Elsner-Anwalt Andreas Stranzinger beklagte sich bei Journalisten, dass Steurer seinen herzkranken Mandanten bisher gar nicht persönlich untersucht hätte.
Lungen-Punktation
Demnach sei der Ex-Bawag-Boss nicht nur herzkrank - laut Herzchirurg Manfred Deutsch drei verengte Bypässe - , sondern auch seine Lunge sei derzeit enorm bedient. Erst am vergangnenen Dienstag sei eine Lungen-Punktation an ihm vorgenommen worden. Dabei wurden ihm 1,5 Liter Wasser abgepumpt, neue Befunde legte Stranzinger nicht vor. Das Herauspumpen von 1,5 Liter Wasser aus der Lunge sei für Mediziner "ein Extremwert". Mit so viel Wasser in der Lunge könne jemand kaum gehen bzw-. Stiegen steigen, so Deutsch. Auch seine Nieren und Prostata seien stark angegriffen.
Zigarrenkauf trotz Lungenproblem
Auf die Frage eines Journalisten, warum Elsner dann eine Ladung Zigarren in einer Trafik in Bad Reichenhall , wo er sich derzeit auf Rehab befindet, bestellt hatte, wo er doch so lungenkrank sei, antwortete seine Frau: "Haben Sie noch nie für einen Freund oder Ihre Großmutter Zigaretten bestellt?"
Der behandelnde Arzt von Elsner in Bad Reichenhall will nun nach vier Wochen die Lunge wieder kontrollieren, bis dahin ist Elsner nach Ansicht von Deutsch verhandlungsunfähig. Er geht davon aus, dass es aber sechs bis acht Wochen dauern könnte, bis sich Elsners Gesundheit stabilisieren werde. "Dann könnte Elsner jenen Zustand erreichen, den ihm Steurer seit Wochen unterstellt", so Deutsch.
Böser Brief an Justizministerin
Einen erbosten Brief schrieb Elsner laut Format an Justizministerin Beatrix Karl: Darin macht der Ex-Bawag-Boss seinem Ärger über seine Behandlung durch die Justiz Luft.
So moniert Elsner, dass trotz Zusage von Karl im aktuellen Bawag-II-Prozess noch immer nicht über den Verbleib der verspekulierten Flöttl-Millionen nachgeforscht wurde.
Der Ex-Banker fordert im Brief ein diesbezügliches Einschreiten der Ministerin. Besonders kritisiert wird Bawag-Richter Christian Böhm, der Elsners schwere Erkrankungen ignoriere, durch wiederholte Ladungen die Prozessökonomie missachte und durch eine verordnete „telefonische Abrufbereitschaft“ den Kanzleibetrieb von Elsners Anwälten gefährde