Alle für einen: Die drei im Stadtsenat vertretenen Parteien wollen gemeinsam gegen die Bawag marschieren. Nach dem Zock-Debakel rund um Stadtrat Mayrs (SPÖ) Zins-Deal drohen Verluste bis zu 264 Millionen Euro. Mit der Klage wollen auch ÖVP, FPÖ und Grüne Licht in den Finanzdschungel bringen.
Wegen arglistiger Täuschung und Wucher wollen Finanzstadtrat Mayr & Co. gegen die Bawag vor Gericht ziehen. Unterstützung dafür kommt von allen anderen Parteien, die im Stadtsenat vertreten sind. „Nur so kann ein großer Schaden für die Linzer abgewendet werden“, geben sie sich einig. Die einstimmige Zustimmung gegen das Bankunternehmen zu klagen hat aber auch einen anderen Grund: „Dadurch wird das ominöse Zins-Geschäft endlich von einer unabhängigen Stelle geprüft“, sagt FPÖ-Stadtrat Detlev Wimmer. Auch Vizebürgermeister Erich Watzl (ÖVP) fordert die restlose Aufklärung: „Jetzt muss alles auf den Tisch.“ Ähnliche Töne kommen von Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne): „Solche Geschäfte müssen in Zukunft verhindert werden.“
Die Bawag sieht die Klage gelassen. Zwei Anwälte haben das Linzer Swap-Geschäft geprüft. Mayr hingegen behauptet, die Stadt sei „gelegt“ worden.