Zu 80 Prozent Behinderter zu gesund für Gemeindebau

Thomas P. muss aus seiner Wohnung raus.
Thomas P. muss aus seiner Wohnung raus.Denise Auer
Thomas P. (53) ist zu 80 Prozent behindert und lungenkrank. Trotzdem hat er keinen Anspruch auf eine Gemeindewohnung. Am 31. Juli muss er ausziehen.

Seit sieben Jahren wohnt Thomas P. (53) in einer rund 40 m2 großen Zwei-Zimmer-Wohnung in der Oberen Amtshausgasse (Margareten). Doch am 31. Juli muss der Wiener – er leidet u.a. an COPD, Asthma sowie Emphysemen und wurde vor Kurzem an der Hüfte operiert – ausziehen, weil sein Vermieter den Vertrag nicht verlängerte.

Der 53-Jährige suchte bereits im Jänner bei Wiener Wohnen um eine Gemeindewohnung an: "Da ein befristeter Mietvertrag gemäß den Richtlinien keinen anrechenbaren Wohnbedarfsgrund darstellt, wurde der Antrag abgelehnt", heißt es seitens "Wiener Wohnen" mit Verweis u.a. auf das Angebot des geförderten Wohnbaus.

Selbst Mieterhilfe kann nicht weiterhelfen

Auch Überbelag, Hausstandsgründung oder krankheitsbedingter Wohnbedarf liegen bei Thomas P. nicht vor: "Ich bin nicht krank genug! Ich bräuchte mindestens Pflegestufe 3 und eine Wohnung ohne Bad oder Klo in einem Haus ohne Lift – das alles trifft aber auf mich nicht zu." Der 53-Jährige schaltete WIFF-Bezirksrat Ossi Turtenwald ein, der sich an Wohnbau-Stadträtin Kathrin Gáal (SPÖ) wandte – sie verwies wiederum auf die Mieterhilfe. Doch auch die konnte nicht weiterhelfen. "Einen behinderten Österreicher in seiner Not einfach im Regen stehen lassen? Das geht aus unserer Sicht gar nicht!", so Turtenwald.

Letzte Hoffnung

Nun hofft Thomas P., privat eine neue Bleibe zu finden: "Ich suche eine barrierefreie Wohnung in einem Haus mit Lift, am liebsten im 2. oder 5. Bezirk, um maximal 500 Euro."

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