Zu männliche Straßen werden jetzt genderneutral

Die ÖVP wollte mehr Frauennamen bei den Straßenbenennungen. Bürgermeister Matthias Stadler setzte den Punkt im Gemeinderat nun von der Tagesordnung ab.
Die ÖVP wollte mehr Frauennamen bei den Straßenbenennungen. Bürgermeister Matthias Stadler setzte den Punkt im Gemeinderat nun von der Tagesordnung ab.Bild: ÖVP St. Pölten

Schräger Zank um die Benennung von Straßen in St. Pölten: Wie berichtet, kritisierte die ÖVP, dass die neu zu benennenden Verkehrsflächen zu wenig weiblich seien.

Ein kurioses Thema erhitzt derzeit die Polit-Gemüter in Sankt Pölten: Wie berichtet, sollten mehrere neue Straßen Namen bekommen. Die ÖVP kritisierte die Auswahl, bis auf Mimi Wunderer waren nämlich keine Frauen dabei.

"Zum Genieren" nannte es VP-Gemeinderat Florian Krumböck. SPÖ-Bürgermeister Matthias Stadler zeigte sich in der darauffolgenden Gemeinderatssitzung ungewöhnlich genervt und setzte die Namensbenennungen einfach von der Tagesordnung ab.

Stadler sauer auf ÖVP

"Da die bislang vom Fachbereich Kultur im Magistrat angelegten Kriterien für Straßenbenennungen, wie etwa ein St. Pölten-Bezug, Benennung nach Lebensmittelpunkten, Wünsche der Bevölkerung, offenbar nicht mehr gefragt sind und die ÖVP, die bislang lediglich Vorschläge für Straßenbenennungen nach Männern eingebracht hat, den zu geringen Benennungsanteil nach Frauen nunmehr als politisches Forum nutzt und der Gemeinderat unseres Erachtens nach nicht der Ort sein sollte um hier Verdienste von Männern und Frauen abzuwiegen, haben wir diesen Punkt von der Tagesordnung abgesetzt", so Stadler. 25 Verkehrsflächen bleiben jetzt unbenannt.

Die weitere Konsequenz: Künftig soll es in St. Pölten nur mehr geschlechtsneutrale Straßenbenennungen geben. "Die Familien und Angehörigen dieser Persönlichkeiten haben es sich nicht verdient, dass öffentlich darüber diskutiert wird, ob nicht ein anderer Name für eine Straße besser geeignet wäre und damit die Leistungen der Namensgeberin bzw. des Namensgebers in Frage gestellt wird. Ich entschuldige mich bei diesen Familien für die entstandenen Unannehmlichkeiten und verweise auf eine Rücksprache mit den Vertretern der ÖVP im Gemeinderat", so Stadler zornig.

ÖVP: "Zum Kopfschütteln"

Weiters erklärt der Magistrat in einer Aussendung nach der Sitzung, dass eine "Reihe von Straßenbezeichnungen nach weiblichen Persönlichkeiten vorgesehen", aber noch nicht umgesetzt worden seien, weil die Bautätigkeit noch nicht abgeschlossen wäre.

Die ÖVP kann die harsche Reaktion des Bürgermeisters nicht nachvollziehen. "Die vom Bürgermeister vorgeschlagene Vorgangsweise ist zum Kopfschütteln. Anstatt in Zukunft einfach darauf zu achten, dass mehr verdiente Frauen Patin für diese Ehrenbekundung stehen, verhindert er in einer Husch-Pfusch-Aktion, dass Persönlichkeiten geehrt werden. Der Bürgermeister hat hier eine Chance aus parteipolitischen Überlegungen vertan. Mimi Wunderer, Hans Ströbitzer und weitere Vorgeschlagene verdienen in der Stadt verewigt zu werden. Ihnen diese Auszeichnung aufgrund von Parteipolitik zu verweigern, lehnen wir ab. Diese Vorgangsweise wird von uns auch im Kulturausschuss nicht unterstützt werden", so VP-Mandatar Florian Krumböck.

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