Vor der Hanfmesse 2019 sagten Polizisten in Vösendorf (NÖ) dem Hanf den Kampf an, kontrollierte reihenweise Autos und nahmen 161 Führerscheine ab. Darunter auch jenen von Roland B. – doch der Grazer fühlt sich im Nachhinein gepflanzt. Denn sein Labortest auf illegale Substanzen war negativ. Wegen angeblicher "Müdigkeit" blieb seine Drogen-Strafe jedoch aufrecht. "Ich war aber selten so ausgeschlafen wie damals", so der 30-Jährige zu "Heute“ und erinnert sich an den Vorfall.
"Ein schwarzer Kleinbus schnitt mich beim Einparken." Dann trieb der Drogentest der Exekutive interessante Blüten: "Weil ich kurz erst am WC war und nicht nicht pinkeln konnte, spielte mir ein Polizist 'zur Hilfe' einen Plätscher-Sound vom Smartphone vor. Das war wirklich demütigend." Als man im Auto noch ein Fläschchen (legales) CBD-Öl fand, schickten die Beamten den CBD-Händler zur Blutabnahme. Obwohl die Analyse erst Tage später vorliegen sollte, hielt der Polizei-Arzt gleich fest, dass der Lenker Drogen genommen haben muss. Seine Begründung: Bei der Kontrolle stand er breitbeinig, hatte glasige Augen und lächelte. "Das alles soll also verboten sein in unserem schönen Österreich", fragt sich der rechtskundige Aktivist Wolfgang Pöltl.
Der CBD-Spezialist vertritt den Grazer am Montag vor dem Verwaltungsgericht in Wr. Neustadt (NÖ) und schnaubt: "Zuerst musste er wochenlang seinem Führerschein nachlaufen, nun änderte die Polizei auch noch den Vorwurf, nach dem Motto: Passt der eine nicht, nimmt man halt einen anderen." Pöltl lädt die Beamten als Zeugen vor, um zu beweisen, "dass bei dieser Kontrolle gegen sämtliche verwaltungs- und polizeirechtlichen Regeln verstoßen wurde." Auch wenn es nur um ein paar Hundert Euro gehe – rauchende Köpfe sind wohl im Gerichtssaal garantiert.