So bitter ist ein Tennis-Ass bei den French Open wohl noch nie ausgeschieden.
Die Japanerin Miyu Kato spielte an der Seite der Indonesierin Aldila Sutjiadi im Doppel-Achtelfinale gegen das Duo Sara Sorribes Tormo (SPA) und Marie Bouzkova (TCH). Beim Stand von 6:7, 3:1 wollte Kato dem Ballmädchen einen Ball zuspielen. Doch das Mädchen sah diese Aktion nicht kommen, konnte nicht mehr ausweichen und wurde am Hals getroffen.
Das Ballmädchen begann zu weinen – und Kato wurde von Stuhlschiedsrichter Alexandre Juge zuerst verwarnt. Der Supervisor disqualifizierte das Duo dann sogar.
Jetzt meldet sich die 28-Jährige auf Twitter und schreibt: "Ich möchte mich aufrichtig beim Ballmädchen, meiner Partnerin Aldila, dem Team und meinen Unterstützern für das heutige unglückliche Missgeschick entschuldigen. Es war völlig unbeabsichtigt."
Sie sei von Roland Garros bestraft worden, indem sie ihr Preisgeld und ihre Punkte verlor. Sie schloss mit: "Ich schätze all eure anhaltende Unterstützung!"
"Bleib stark" oder "dieses Urteil muss widerrufen werden, es war ein Unfall" oder "das hast du nicht verdient", lauteten die Kommentare der Fans unter Katos Post.
Allgemein traf die Bestrafung bei den Fans auf viel Unverständnis. Auch Eurosport-Experte Alex Corretja, selber French-Open-Finalist von 1998 und 2001, konnte die Entscheidung nicht verstehen: "Auf mich wirkt es nicht so, als sei das Mädchen hart getroffen und dadurch verletzt worden. Die Entscheidung ist mir ein bisschen zu streng."
Tennis-Legende Boris Becker sagte: "Das war wirklich eine übertriebene Maßnahme. Das Ballmädchen tut mir leid, aber auch die Spielerin, die machte das ja nicht absichtlich." Spielerin Alize Cornet meinte an Kato gerichtet: "Das ist eine verrückte Entscheidung. Du tust mir wirklich leid."
Kritisiert wurden auch Bouzkova und Soribo, die sich dafür einsetzten, dass die Gegnerinnen disqualifiziert wurden. "Ein beschämendes Verhalten. Was für eine Schande!", hieß es beispielsweise zu einem Bild, das die beiden Siegerinnen lächelnd zeigt.
Die 24-jährige Tschechin erntete für ihre Aktion auf Social Media einen Shitstorm. "Ich hoffe, du gewinnst nie mehr irgendetwas" oder "bist du glücklich, dass du mit Betrug gewonnen hast?" oder "du bist eine verfluchte Verliererin", hieß es da.