Bestens vorbereitet erschien eine Lehrerin (47) mitten in den Sommerferien in Wien vor Gericht, musste auf der Anklagebank Platz nehmen und "nachsitzen". Der Mittelschul-Pädagogin wurde seitens der Bildungsdirektion und der Staatsanwaltschaft schwerer Betrug vorgeworfen, weil sie (zumindest am Papier) zu viel gearbeitet habe. So soll die Angeklagte ab 2016 rund 18.000 Euro zu viel verrechnet haben.
Während Kollegen durchschnittlich auf rund zwei Supplierstunden pro Monat kamen, sollen es bei ihr bis zu 50 gewesen sein. "Ich war in der Coronazeit sehr aktiv und sprang für andere ein", führte sie aus und verwies auf eine Zeugin, die das bestätigen soll. Ein von ihr veranstalteter Sommerkurs wurde außerdem abgehalten, obwohl die interne Mindestschülerzahl von acht Kindern gar nicht erreicht worden war. Der Direktor habe dadurch das Vertrauen in die Frau verloren.
Die Verhandlung wurde vom Richter anschließend vertagt. Für die Frau, die sich argumentativ gut verteidigen konnte und nicht nur für ihren Verteidiger glaubwürdig wirkte, gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.