Österreich

Zug-Odyssee für Hunderte Pendler auf Laaer Ostbahn

Heute Redaktion
13.09.2021, 18:38

Pendlerfrust nach einem Oberleitungsschaden auf der S2-Strecke: "Ich brauchte vier Stunden von Wien heim nach Staatz", so ein verärgerter Pendler.

Pendler-Chaos nach einer Oberleitungsstörung Dienstagabend bei Wien-Leopoldau: „Ich brauchte für die Heimfahrt von Wien nach Staatz knapp vier Stunden. Man lässt rund 500 Menschen in Leopoldau in der Kälte warten, schickt nur drei Ersatzbusse", so ein verärgerter Pendler.

"Ich, als Fahrgast der ÖBB, verwende berufsbedingt täglich die Zugverbindung der Laaer Ostbahn. Ich bin auf eine gelingende, zuverlässige Zugsverbindung angewiesen! Und mit mir viele, viele andere Pendler", kritisiert Hermann F. "Wenn ich meinen Arbeitsplatz in Wien verlasse, mache ich mir immer darüber Gedanken, wann ich wohl heute wieder zu meine Familie nach Hause komme. Ich hätte noch die Möglichkeit mit dem Auto zu fahren, aber da stellt sich wieder die Frage, wo parke ich in Wien und es würden sich meine schon hohen Fahrkosten noch einmal steigern. Auch das will ich nicht. Und die Verantwortlichen Damen und Herren Verantwortlichen bei den ÖBB wollen das doch auch nicht, oder?"

Bedauern der ÖBB für Unannehmlichkeiten

ÖBB-Sprecher Christopher Seif bedauert: "Vorweg möchte ich selbstverständlich mein Bedauern für entstandene Unannehmlichkeiten zum Ausdruck bringen. Verspätungen oder Zugausfälle sind immer ärgerlich – nicht nur für die Fahrgäste, auch für die ÖBB selbst. Leider hat am Dienstag eine Oberleitungsstörung eine Streckenunterbrechung von 16:28 Uhr bis 20:36 Uhr ausgelöst. Ein Schienenersatzverkehr wurde so schnell wie möglich zwischen Leopoldau und Schleinbach eingerichtet. Leider sind die Probleme zusätzlich noch zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt in der abendlichen Hauptverkehrszeit aufgetreten, was es noch schwerer macht, kurzfristig die notwendige Anzahl an Bussen zu organisieren – das dauert dann leider seine Zeit."

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Grundsätzlich sei hinsichtlich eines Schienenersatzverkehrs, der aufgrund einer akuten Streckenunterbrechung eingerichtet werden muss, festzuhalten, dass kurzfristige Ereignisse bzw. kurzfristig auftretende Probleme ebenso kurzfristige und schnelle Maßnahmen erfordern, um überhaupt den Betrieb und die Beförderung der Fahrgäste aufrecht erhalten zu können, so Seif.

Umfassende Kundenbetreuung auf S2-Strecke

Und der ÖBB-Sprecher weiter: "Wir versuchen in derartigen Fällen selbstverständlich immer so schnell wie möglich die erforderliche Anzahl an Bussen zu organisieren und den Fahrgästen zur Verfügung zu stellen. Hier greifen wir nicht nur auf Postbusse zurück, sondern ein großer Teil der Schienenersatzverkehre wird auch bei privaten Busunternehmen in Auftrag gegeben und von diesen gefahren, weil die Busse der ÖBB-Postbus GmbH größtenteils im regelmäßigen Linienverkehr unterwegs sind und deshalb nur begrenzt verfügbar sind."



Zur Kundenbetreuung waren am Dienstag ÖBB-Mitarbeiter in Leopoldau, Schleinbach, Gerasdorf und Wolkersdorf im Einsatz. Ab Störungsbeginn wurden die Kunden direkt auf den Bahnhöfen über laufende Ansagen und Schaltung gelber Infozeilen informiert und ebenso erfolgte eine umfassende Info über Ö3, Radio Arabella und regionale Rundfunksender. (wes)