Dramatische Szenen haben sich am Mittwochvormittag auf der Bahnstrecke Deutschfeistritz - Übelbach im Bereich der Haltestelle Waldstein (Graz-Umgebung) abgespielt. Zwei Personenzüge kollidierten so heftig, dass zehn Personen eingeklemmt und teils schwer verletzt wurden. Der 21-jähriger Lokführer erlag seinen schweren Verletzungen, eine 60-Jährige befindet sich in Lebensgefahr.
Feuerwehr, Landeswarnzentrale, Polizei und Rettunsgdienste rückten zum Großeinsatz aus. Zu dem Unglück kam es kurz nach 10.15 Uhr - die Ursache dafür dürfte menschliches Versagen gewesen sein. Nördlich der Unfallstelle befindet sich der Bahnhof Waldstein und damit auch der einzige zweigleisige Streckenabschnitt in diesem Bereich. Aus bisher ungeklärter Ursache dürfte der 21-jährige Lokführer an dieser Ausweichstelle ohne Abwarten des Gegenzuges weitergefahren sein, sodass es zur Kollision kam.
Der Crash war so heftig, dass sich Teile der Züge verformt und ineinander verkeilt hatten und neun Reisende sowie ein Zugführer eingeklemmt wurden. Der 21-jährige Zugführer starb. Alle weiteren Personen, darunter auch zwei Kinder, wurden bis auf einen 18-jährigen, der unverletzt blieb, teilweise schwer verletzt und von Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Eine 60-Jährige befindet sich in Lebensgefahr.
Der getötete Lokführer sei die Strecke mehrmals täglich gefahren, so Helmut Wittmann, der Geschäftsführer der Steiermärkischen Landesbahnen, der sich tief betroffen gegenüber "orf.at"zeigte. Im Zug von Übelbach nach Deutschfeistritz befanden sich der 21 Jahre alte Lokführer, eine Zugbegleiterin und sechs Fahrgäste. Im anderen Zug befanden sich der 46-jährige Lokführer und ein Fahrgast.
"Erschreckendes Bild"
"Es war ein sehr erschreckendes Bild: Passagiere sind im Inneren des Zuges schwer verletzt herumgelegen, und nach der ersten Erkundung haben wir dann den eingeklemmten Lokführer gefunden, der zu diesem Zeitpunkt nicht ansprechbar war", sagte Bezirksfeuerwehrkommandant Gerhard Sampt gegenüber "orf.at".
Über 200 Feuerwehrleute standen im Einsatz, das Rote Kreuz sowie zwei Rettungshubschrauber und der Hubschrauber des Innenministeriums waren vor Ort. Eine Stunde dauerte es, bis die Einsatzkräfte alle Insassen aus den beiden Zügen befreien konnten.
Staatswanwaltschaft Graz ermittelt
Die Staatsanwaltschaft Graz ordnete eine Obduktion der Leiche sowie die Beiziehung eines Sachverständigen für Technik an. Weiters wird ein Expertenteam vom Bundesministerium für Verkehr mit der Ursachenermittlung betraut werden.