Aufgrund des neuen Prostituiertengesetztes muss der Wiener Straßenstrich ab 1. November aus Wohngebieten abwandern. Das verärgert nicht nur die Liebesdienerinnen, auch die Zuhälter sind empört, wie ein Streit zeigt, der am Nationalfeiertag zwischen zwei Zuhältern eskaliert ist:
Gegen 21.30 Uhr hatte sich der 25-jährige Petru G. bei einem Kaffee in einer Tankstelle beim 34-jährigen Cornel M. darüber beschwert, dass ihre Frauen aufgrund des neuen Prostitutionsgesetzes bald nicht mehr auf der Straße arbeiten dürften. Cornel gab ihm zu verstehen, dass es ihm egal sei, weil er und seine Frau vorhätten, nach Rumänien zurückzukehren.
Pistole war ein Feuerzeug
Aufgrund dessen fing ihn Petru G. zu beschimpfen an, versetzte Cornel M. mehrere Stöße und eine Rangelei entstand. Plötzlich zog Petru G. eine vermeintliche, silberne Pistole aus seiner Jacke und bedrohte damit den Widersacher. Daraufhin verständigte ein Zeuge die Polizei. M. wurde von den Polizeibeamten festgenommen. Die Pistole entpuppte sich allerdings als ein Feuerzeug. Bei dem Streit wurden die Streithähne beide leicht verletzt. G. wurde in die Justizanstalt Wien Josefstadt überstellt.
Etwa 150 Frauen verdienen in Wien derzeit als Straßenprostituierte ihr Geld. 2.200 sind insgesamt offiziell registriert, zwei- bis dreimal so viele Frauen, meist aus Osteuropa, gehen unangemeldet, also illegal, der Prostitution nach, schätzt die Polizei. Aufgrund eines neuen Gesetzes sind sämtliche Wohngebiete (laut Gesetz sind dies reine „Wohngebiete“, „gemischte Baugebiete“, „Kleingartengebiete“, „Haltestellenbereiche“ oder „Gartensiedlungsgebiete“) als Standplätze verboten. Innerhalb der Szene ist wiederholt zu hören, dass man nicht beabsichtige, die bisherigen Standorte aufzugeben. Freier, die in den ausgewiesenen Verbotszonen Kontakt mit Prostituierten „zum Zweck der Inanspruchnahme ihrer Dienstleistungen“ anbahnen, können mit einer Verwaltungsstrafe von bis zu 500 Euro bestraft werden.