Zurück aus der Hölle von Haiti

Nach eineinhalb Monaten in der Erdbeben-Hölle von Haiti (300.000 Tote) hatte Gottfried Staufer (48) aus Attnang-Puchheim zwei ganz bescheidene Wünsche: Eine Badewanne und ein ordentliches Bett. Der Familienvater und Rotkreuz-Sanitäter war einer der ersten Helfer vor Ort: Ich habe noch nie so arge Hilflosigkeit gesehen!

Das Rote Kreuz Oberösterreich ist weltweit dafür bekannt, nach Krisen und Katastrophen die besten Leute zu schicken! Einer dieser Profis ist Gottfried Staufer (48) aus Attnang-Puchheim. Und obwohl der Notfallsanitäter in seinem Leben schon viel Leid gesehen hat, bezeichnet er den Einsatz auf der Insel Haiti als unbeschreiblich: Schlimm waren die ersten drei Tage. Wir schliefen auf dem Gelände eines zerstörten Lagerhauses auf dem Schotterboden, hatten keine Duschen und nur zwei Toiletten für 300 Helfer, schildert Staufer: Ich war mit fünf Kollegen in der Stadt Leogane im Einsatz. Dort haben 200.000 Menschen über Nacht ihre Lebensgrundlage und ihre Häuser verloren. Überall waren nur Schutthaufen. Die Menschen lebten auf der Straße zwischen Müll und Schutt, mitten im Gestank und Dreck. Sehr belastend: Immer wieder habe er in diesen Tagen Leichen gesehen, mich hat vor allem das Ausmaß, dass es eine so totale Zerstörung geben kann, schockiert, ist der Rotkreuz-Mann nachdenklich.

Seine Aufgabe im Bebengebiet war, Toiletten zu bauen und die Opfer damit vertraut zu machen: Sie müssen begreifen, wie wichtig Hygiene ist, um Krankheiten und Seuchen zu verhindern, erklärt Staufer seine Arbeit - die er vielleicht sogar auf Haiti bald wieder fortsetzen wird, denn: Ein Nachfolgeeinsatz ist bereits in Planung.

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