Zwangsabgabe auf Geld der Griechen im Ausland

Bild: Reuters

Die Gespräche zwischen den internationalen Geldgebern und Athen wurden Sonntagabend ohne Ergebnis beendet. Griechenlands Premier Alexis Tsipras erwartet nach dem jüngsten Gesprächsabbruch von den Euro-Partnern, sich zu bewegen. Während Bundeskanzler Werner Faymann am Mittwoch in Athen sein wird, werden Rufe nach drastischen Maßnahmen laut. Wifo-Chef Karl Aiginger spricht sich für eine 30-prozentige Zwangsabgabe auf im Ausland gebunkertes Griechen-Geld aus.

Die Gespräche zwischen den internationalen Geldgebern und Athen wurden Sonntagabend ohne Ergebnis beendet. erwartet nach dem jüngsten Gesprächsabbruch von den Euro-Partnern, sich zu bewegen. Während Bundeskanzler Werner Faymann am Mittwoch in Athen sein wird, werden Rufe nach drastischen Maßnahmen laut. Wifo-Chef Karl Aiginger spricht sich für eine 30-prozentige Zwangsabgabe auf im Ausland gebunkertes Griechen-Geld aus.
Konkret spricht Aiginger laut "" von einer 30-prozentigen Zwangsabgabe. EU-Länder und die Schweiz werden dabei aufgefordert, bis August das in ihren Ländern "gebunkerte" Vermögen der Griechen an Athen zu melden - von diesem soll dann fast ein Drittel abgezogen werden und in einen Fonds fließen. Aus diesem soll dann schnell und unbürokratisch die Krise im Land bekämpft werden.

Bereits 2013 schlug eine ähnliche Forderung - damals in Höhe von zehn Prozent für Sparer in Österreich - hohe Wellen und löste breite Kritik aus. Banken, Unternehmer und Private stellten sich quer, die Politik gab schließlich bekannt, dass die Ersparnisse in Österreich sicher seien. Eine ähnliche Front erwartet nun wohl Griechenland, sollte der Zwangsabgabe-Plan tragend werden.

Verhandlungen stecken fest

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras will im Schuldenstreit mit den Geldgebern währenddessen nicht einlenken. Einem Sprecher der EU-Kommission zufolge wurden am Wochenende einige Fortschritte erzielt. Die Pläne der Geldgeber und von Griechenland lägen auf einer jährlichen Basis um etwa zwei Milliarden Euro auseinander.

In Athener Regierungskreisen hieß es, man werde "auf keinen Fall Kürzungen von Pensionen und Löhnen oder der Erhöhung der Mehrwertsteuer wie für die Elektrizität" zustimmen. Der IWF bestehe auf Pensionskürzungen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro jährlich, hieß es.

Faymann reist nach Athen

Am 30. Juni läuft das schon zweimal verlängerte Hilfsprogramm für Griechenland auf europäischer Seite aus. Am selben Tag muss Athen zudem rund 1,6 Milliarden Euro an den IWF zurückzahlen. Sollte Griechenland das Geld nicht zahlen können, gilt es technisch als pleite. Am Mittwoch wird Bundeskanzler Werner Faymann nach Athen reisen und das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen. "Kaputtsparen" zerstöre das nötige Wachstum. Unterstützung ja, Schuldenschnitt nein, ist dabei sein Credo. Er hält die Forderung Athens nach Kurskorrektur für "mehr als verständlich".

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