Nur die wenigsten Väter gehen in Karenz, um ihre Kinder zu betreuen. Viele Männer fürchten Nachteile für ihre Karriere. Andere wiederum glauben, sie würden als Softies oder Waschlappen abgestempelt, wenn sie sich um die Kleinen kümmern, sagt Landesrätin Johanna Mikl-Leitner (Bild).
Mikl-Leitner will nun ein Maßnahmenpaket schnüren, um veraltete Rollenbilder aufzubrechen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Immerhin wären laut einer Studie zwei Drittel der Väter bereit, die Kinderbetreuung zu übernehmen. Tatsächlich tun es aber bloß 4,1 Prozent. Ein Imageproblem haben auch Frauen: Viele hätten Angst, als Rabenmütter angesehen zu werden, wenn sie arbeiten gehen. Ziel der Ländesrätin ist, dass sich die Zahl der Männer, die in Karenz gehen, bis 2020 verdreifacht.
Wirtschaftskammer-Präsidentin Sonja Zwazl spricht sich vor allem für flexible und praktikable Arbeitszeitregelungen und moderne Modelle wie etwa Telearbeit aus.