Österreich

Zwei Drittel der Wiener Tibeter demonstrierten

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:34

Am Mittwochnachmittag demonstrierten 60 Aktivisten friedlich gegen Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Behörden in Tibet. Die Demo vor der chinesischen Botschaft und am Stephansplatz war eine der vielen Aktionen weltweit, die am Mittwoch stattfanden. Die österreichische Regierung soll auf die Gräuel in Tibet aufmerksam gemacht werden.



+++ Dalai Lama beglückt Österreich +++


Mit Transparenten wie "Tibet brennt - brennt nach Freiheit" oder "Tibet stirbt - die Welt schaut zu!", Sprechchören und Gebeten bekundeten die Demonstranten ihre Solidarität mit den von der chinesischen Regierung unterdrückten Tibetern.

Vor der chinesischen Botschaft in Wien hielt die Tibetergemeinschaft Österreich (TGÖ) eine Mahnwache ab.

Mit Sprechchören wie "China raus aus Tibet" oder "Freiheit in Tibet" zeigten die Aktivisten ihre Unterstützung, mit Gebeten und Kerzen zogen die Demonstrationsteilnehmer dann im Rahmen eines Friedensmarsches auf den Stephansplatz.

"Hier brennen Kerzen, in Tibet brennen Menschen"

Viele Demonstrationsteilnehmer brachten Transparente, tibetische Fahnen und Schals mit. Fotos, Kerzen und Gebete erinnerten an jene 19 Tibeter, die sich aus Verzweiflung selbst verbrannten. Am Stephansplatz ergriff die Klubobfrau der Niederösterreichischen Grünen, Madeleine Petrovic, das Wort: "Hier brennen Kerzen, in Tibet brennen Menschen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die letzte archaische Hochkultur durch Gewalt und Folter niedergemacht wird."

"Enttäuschendes Desinteresse" der Bundesregierung

Die Obfrau des Vereins "Save Tibet", Elisabeth Zimmermann, bedauerte, dass die Bundesregierung "ein enttäuschendes Desinteresse" an den Vorgängen in Tibet zeige. Bereits in der Vergangenheit wurde immer wieder kritisiert, dass Bundespräsident Heinz Fischer ein Treffen mit dem Dalai Lama abgelehnt habe.

Weltweite Demos

Weltweit fanden am Mittwoch viele solcher Mahnwachen statt. Die Demonstrationen folgten dem Aufruf des Ministerpräsidenten der exiltibetischen Regierung, Lobsang Sangay. In einer im Internet veröffentlichten Videobotschaft bat er: "Lasst uns eine laute und vernehmbare Botschaft an die chinesische Regierung richten, dass Gewalt und das Töten unschuldiger Tibeter nicht akzeptabel sind."

6 Millionen Einwohner, 200.000 - 1 Million Tote

 In Österreich leben laut Angaben der TGÖ derzeit etwa 300 Exil-Tibeter, davon rund 100 in der Bundeshauptstadt Wien. Von den knapp sechs Millionen Tibetern leben heute etwa 140.000 weltweit im Exil. Unter chinesischer Fremdherrschaft kamen rund 200.000 Tibeter durch Folter und Unterdrückung ums Leben. Die TGÖ und das Tibetische Zentrum gehen aber von einer viel höheren Dunkelziffer aus und schätzen die Zahl der Opfer auf über eine Million.

APA/Red.

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