Der Kuss eines lesbischen Paares im Cafe Prückel sorgt auch im 21. Jahrhundert noch für Aufregung. Nachdem sich die beiden Frauen in dieser Woche vom Kellner ungerecht behandelt gefühlt hatten, beschwerten sie sich bei der Geschäftsführung und wurden prompt des Lokals verwiesen. Eine Protest-Kundgebung ist geplant und das nicht zum ersten Mal.
Der Kuss eines lesbischen Paares im Cafe Prückel sorgt auch im 21. Jahrhundert noch für Aufregung. Nachdem sich die beiden Frauen in dieser Woche vom Kellner ungerecht behandelt gefühlt hatten, beschwerten sie sich bei der Geschäftsführung und wurden prompt des Lokals verwiesen. Eine ist geplant und das nicht zum ersten Mal.
Die "Achse kritischer SchülerInnen Wien" brachte den Vorfall im Prückel ans Tageslicht. "Als sich zwei lesbische Frauen bei der Begrüßung küssen, werden sie von einem Kellner des Café Prückels aufgefordert, dies zu unterlassen und abschätzig behandelt. Nachdem sich die beiden Frauen bei der Geschäftsführung beschweren, werden sie aus dem Lokal verwiesen", hieß es im Bericht.
"Mehr als ein Begrüßungskuss"
Betreiberin Christl Sedlar will das so nicht auf sich sitzen lassen. Es sei "mehr als ein Begrüßungskuss" gewesen, sagte sei gegenüber "orf.at". "Zu einem Begrüßungskuss habe ich noch nie etwas gesagt. Aber man muß ja nicht öffentlich so zeigen, dass man zusammengehört."
Die Folge war ein Shitstorm im Internet. Auf der Facebook-Seite zum Café Prückel (keine offizieller Account) bekommt das Lokal nach dem Vorfall sein Fett ab. Dort sind Kommentare wie "Cafe-Prückel-Besitzerin beschimpft homosexuelle Gäste" oder "unglaublich homophob da ist ein Stern schon zuviel" zu lesen.
Protestkundgebung geplant
Die "Achse kritischer SchülerInnen Wien" organisiert nun am 16. Jänner um 17 Uhr eine Protestkundgebung vor dem Cafe. Damit soll ein Zeichen gegen Homophobie gesetzt werden. Wie die Protest-Organisatoren erklären, gehöre die "Zurschaustellung der Andersartigkeit" der Frauen laut Betreiberin Sedlar nicht in ein Traditionskaffeehaus, sondern in ein Puff. Bis Montagmittag hatten bereits rund 3.500 Menschen virtuell ihr Kommen zugesagt. Bei der Kundgebung soll nicht nur geküsst werden. Auch musikalische Einlagen sowie Reden werden vorbereitet
Bereits im Jahr 2005 war ein lesbisches Paar wegen Umarmungen und Küssen des Kaffehauses verwiesen worden. Daraufhin küssten sich homosexuelle Paaren aus Protest im Kaffeehaus.
Der Protest wird großteils via Hashtag #KüssenimPrückel in die Welt hinausgerufen: