Laut Luchsprojekt Österreich Nordwest wurden die Tiere bereits Anfang August in einem kleinen Bootshafen an der Mündung des Flusses in die Donau entdeckt. Die Bezirkshauptmannschaft Melk veranlasste die Übergabe der Kadaver an die Tierkörperverwertung.
Für den WWF erscheint der Tod der beiden Luchse mysteriös: "Der Umgang der Behörde mit dem ungewöhnlichen Fund ist nicht nachvollziehbar", kritisiert Christina Reisenbichler, WWF-Luchsexpertin. "Statt einer gründlichen Untersuchung der Umstände wurden die Luchse einfach wie Müll entsorgt."
Der WWF fordert dringend Aufklärung: "Die österreichischen Luchse sind nach ihrer vollständigen Ausrottung gerade erst dabei, wieder bei uns Fuß zu fassen. Die Population ist noch sehr klein und äußerst verwundbar. Jedes einzelne Tier zählt", bekräftigt Reisenbichler.
Sollte im Fall vorliegenden Fall tatsächlich Illegalität im Spiel sein, ist die Tat schärfstens zu verurteilen und zu ahnden. "Wilderei an bedrohten Tierarten wie Bären, Seeadlern oder eben Luchsen ist kein Kavaliersdelikt sondern ein Verbrechen", stellt Reisenbichler klar.
Der Luchs sei nicht nur in Österreich, sondern auch auf Europäischer Ebene geschützt. Für den Schutz dieser Tiere brauche es einerseits Handlungsanleitungen wie sie etwa für Wölfe in einem Managementplan festgelegt sind, und anderseits die engagierte Umsetzung der Schutzbestimmungen in den Luchslebensräumen, meinen die Experten.