Zwei Todesstürze am Großen Pyhrgas

Ein 54-jähriger Linzer ist am Samstag am Großen Pyhrgas (Bezirk Kirchdorf) in der Hasenbergrinne mehrere hundert Meter weit abgestürzt und tödlich verletzt worden. Bergretter und Alpinpolizisten fanden seine Leiche Sonntagmittag. Am Sonntag stürzte eine Frau aus dem Raum Steyr in dieselbe Rinne und starb ebenfalls. Die Fundorte der Leichen lagen nur 20 Meter voneinander entfernt.

Der Mann war allein zu der Bergtour aufgebrochen. Am Abend alarmierte sein Sohn die Polizei, weil er den Vater am Handy nicht erreichen konnte. Die Beamten fanden das Auto des Vermissten in Spital am Pyhrn. Daraufhin wurde eine Suche eingeleitet, an der 22 Bergretter und zwei Alpinpolizisten beteiligt waren.

Sie brachte zunächst keinen Erfolg und wurde gegen 3.00 Uhr unterbrochen. Bei Tagesanbruch setzten die Helfer ihre Arbeit fort. Am späten Vormittag entdeckten sie schließlich die Leiche des Mannes. Sie wurde mit dem Polizeihubschrauber ins Tal geflogen.

Frau aus vierköpfiger Seilschaft abgestürzt

Kaum war die Bergung des Verunglückten beendet, wurde die Bergrettung erneut alarmiert: Eine vierköpfige Gruppe war ebenfalls am Abstieg vom Großen Pyhrgas gewesen, als eine Frau aus der Seilschaft abstürzte. Auch dieser Unfall ereignete sich in der Hasenbergrinne.

Für die Frau aus dem Raum Steyr kam jede Hilfe zu spät. Ihre Leiche wurde am Nachmittag geborgen - nur 20 Meter vom Fundort des toten Linzers entfernt. Ihre drei Begleiter wurden mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen.

Tscheche nach stundenlanger Aktion gerettet

Ein 46-Jähriger aus Tschechien ist Samstagnachmittag bei einer Klettertour am "Mahdlgupf" oberhalb von Steinbach am Attersee (Bezirk Vöcklabruck) abgestürzt und schwer verletzt worden. Er wurde in einer stundenlangen Aktion, die bis in die Nacht hinein dauerte, gerettet.

Den Kletterer hatten am sogenannten Schokoladen-Überhang in 930 Meter Seehöhe die Kräfte verlassen. Er fiel in die Tiefe. Sein Sturz wurde zwar durch die Seilsicherung gestoppt, der Mann hatte sich aber so schwer verletzt, dass er nicht mehr allein weiterkam. Es gelang ihm noch selbst mit seinem Handy Hilfe zu rufen. Elf Bergretter und Alpinpolizisten stiegen daraufhin zu dem Tschechen auf und bargen ihn aus seiner misslichen Lage. Er wurde ins Landeskrankenhaus Bad Ischl eingeliefert.

42-Jähriger verirrte sich

Glimpflicher endete die Wanderung eines 42-Jährigen im Bezirk Kirchdorf: Der Mann wollte beim Abstieg von der Dümlerhütte nach Roßleiten Samstagnachmittag eine Abkürzung nehmen und verirrte sich im unwegsamen Gelände. Er alarmierte per Handy die Polizei, die mit einem Hubschrauber nach ihm suchte. Am Abend wurde er schließlich im Bereich der "Weissries" geortet und von dort unverletzt ins Tal geflogen.

In Österreichs Bergen sind in der heurigen Sommersaison 139 Menschen bei Alpinunfällen ums Leben gekommen, um zehn weniger als im Vorjahr. Damit liege man deutlich unter dem langjährigen Schnitt, erklärte das Kuratorium für Alpine Sicherheit am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Insgesamt 2.977 Menschen verunfallten heuer im Alpinen Raum. Im Jahr 2013 waren es noch 2.996.

 

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