Österreich

Zwei Ziehmütter helfen bei der Rettung der Waldrappe

Heute Redaktion
13.09.2021, 20:45

Corinna Esterer und Anne-Gabriela Schmalstieg sind Ziehmütter für Waldrappe. Bevor die Vögel fit für die Natur gemacht werden, können Zoo-Besucher die beiden bei ihrer Arbeit beobachten.

Im Tiergarten Schönbrunn ziehen sie derzeit 33 Küken dieser hoch bedrohten Vogelart mit der Hand auf. „Als wir die Küken vom Tierpark Rosegg und der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau übernommen haben, waren sie so klein, dass sie gerade in unsere Hand gepasst haben", erzählt Schmalstieg. „Seitdem füttern wir sie, streicheln sie und reden und spielen jeden Tag mit ihnen." Was nach einer lustigen Aufgabe klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Die Küken werden durch die Handaufzucht auf ihre beiden Ziehmütter geprägt, um sie später wiederansiedeln zu können.

Wieder heimisch machen

Wiebke Hoffmann von der Abteilung für Forschung und Artenschutz im Tiergarten Schönbrunn: „Im 17. Jahrhundert ist der Waldrapp in Mitteleuropa verschwunden. Der Tiergarten ist einer der Projektpartner des Waldrappteams, das mittlerweile im Rahmen eines europäischen Life + Projektes daran arbeitet, den Waldrapp hier wieder heimisch zu machen."

Im Winter müssen die Ziehmütter vorfliegen

Das ist bei einem Zugvogel kein leichtes Unterfangen. Hoffmann: „Die Waldrapp-Küken, die in Zoos und Wildparks schlüpfen, kennen die Flugroute ins Winterquartier nicht. Deshalb müssen die Ziehmütter ihnen den Weg in die Toskana in einem Ultraleichtfluggerät vorfliegen." Für Corinna Esterer und Anne-Gabriela Schmalstieg ist es schon die fünfte Aufzucht. Mit den diesjährigen 33 Küken haben sie dann bereits 130 Waldrappe auf die Auswilderung vorbereitet.

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(bai)