Noch vor wenigen Wochen hätte sich das niemand vorstellen können. Die 52-jährige Roswitha aus dem Bezirk Wels war noch mit ihrem Lebensgefährten wandern in den Bergen. Dort passierte es auch.
Sie klagte am Abend auf einmal über starke Schmerzen im Kopf, eine Körperhälfte reagierte nicht mehr. Bei ihrem Lebensgefährten läuteten alle Alarmglocken und er rief die Rettung. Roswitha wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht.
Nach genauen Untersuchungen hatten die Ärzte keine guten Nachrichten für die 52-Jährige. Sie leide an einem aggressiven Kopftumor, hieß es damals im Krankenhaus. Die Mediziner konnten Roswitha nur mehr eine lebensverlängernde Bestrahlung anbieten.
Von Tag zu Tag verschlechterte sich der Zustand der Frau im Spital. Dem Pflegepersonal im Ordensklinikum Linz - Barmherzige Schwestern Elisabethinen vertraute die gelernte Floristin an, ihr größter Wunsch sei es, noch einmal den eigenen Garten zu sehen und sich von ihrer Familie zu verabschieden.
Um ihr diesen Wunsch erfüllen zu können, wandte sich das Pflegepersonal an den Verein "Rollende Engel", der schwer kranken Patienten letzte Wünsche ermöglicht. Binnen weniger Stunden waren die Mitarbeiter der Organisation einsatzbereit und holten die 52-Jährige im Krankenhaus ab. Roswitha habe sie mit einem Lächeln im Krankenzimmer erwartet, so die Mitarbeiter.
Der Verein "Rollende Engel" erfüllt schwerkranken Personen ihren letzten Wunsch. Den Transport übernehmen ehrenamtliche, ausgebildete Helfer. Sollte medizinische Betreuung benötigt werden, stehen ebenfalls Ärzte oder diplomierte Krankenschwestern ehrenamtlich zur Verfügung und begleiten diese Fahrt. Spezielle Federungen, Lichtdesigns, TV, DVD, Kühlschrank, Rundumverglasung für beste Aussicht und anderes runden die Ausstattung des Transporters ab. Spendenkonto: Raiffeisenbank Wels; IBAN: AT79 3468 0000 0303 9500.
Gut gelaunt und mit großer Vorfreude ging es los. In einem speziellen Transporter wurde die 52-Jährige zu ihrem Haus gebracht. Dort wartete bereits die Familie und vor allem ihre beiden Kinder (17 und 19). Der Bruder der zweifachen Mutter backte extra einen Kuchen, ihre Mutter stellte selbst gemachte Kaspressknödel-Suppe auf den Tisch.
Nach ein paar Stunden wurde Roswitha müde und trat die Rückfahrt ins Krankenhaus an. Bereits im Van der "Rollenden Engel" ist sie dann eingeschlafen. Drei Tage später, am 22. April, starb die 52-Jährige im Kreise ihrer Familie im Krankenhaus.