Österreich

Zweite Gynäkologin ließ Krebsabstriche liegen

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:47

Eine weitere Wiener Gynäkologin soll Krebsvorsorgeuntersuchungen, sogenannte PAP-Abstriche, ohne Befunde der Krankenkasse verrechnet haben. Das bedeutet ein mutmaßliches Betrugsdelikt. Und für die Patientinnen ist die Sache heikel: Mögliche Krebserkrankungen sind nicht erkannt worden.

, hat die Wiener Gebietskrankenkasse die Verrechnung aller 96 Frauenärzte in der Bundeshauptstadt überprüft und ist fündig geworden. Dieses Mal sind 1.436 Frauen betroffen.

Die MA40 (Sozial- und Gesundheitsrecht) hat die Ordination bereits zugesperrt, bestätigte man dort am Mittwoch. Die Magistratsabteilung hat zudem ein Verfahren bezüglich eines temporären Berufsverbots eingeleitet. Die Wiener Ärztekammer hat an den Disziplinarrat der Österreichischen Ärztekammer eine Sachverhaltsdarstellung mit der Bitte um weitere Veranlassung geschickt.

 "Es ist schockierend, dass wir nun auf einen zweiten derartigen Fall binnen weniger Monate gestoßen sind", sagte Schenkermayr. Dass die Unregelmäßigkeiten drei Jahre lang nicht aufgefallen sind, liegt laut Schenkermayr daran, dass es das Zusammenführen der Daten von Gynäkologen und Pathologen bisher nicht gegeben hat. "Die Betonung liegt auf bislang, denn jetzt schaut die Welt anders aus", betont er.

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