Unter Tränen wurde Amanda Ramirez aus dem US-Bundesstaat New Jersey am Donnerstag vom Camden County Superior Court zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt, wie das Nachrichtenportal "NJ.com" berichtet. Die 27-Jährige hatte in den frühen Morgenstunden des 22. Juni ihre Zwillingsschwester Anna im Streit mit einem Messer niedergestochen und tödlich verletzt.
Daran, was den Streit ausgelöst hatte, kann sich die Amerikanerin nicht mehr erinnern. Sie war zuvor mit Freunden um die Häuser gezogen, dabei waren auch erhebliche Mengen Alkohol geflossen.
Vor Gericht bekannte sich die junge Frau schuldig. Die Tat sei im Affekt passiert und seine Mandantin hätte unter Wochenbettdepressionen gelitten, argumentierte ihr Verteidiger. Auch Richter Edward McBride war schließlich überzeugt, dass das Verhalten der Angeklagten in jener Nacht ein "Ausreißer" bzw. "geistige Verwirrung" gewesen sei, und sich so etwas nicht wiederholen werde. Am Ende verhängte McBride nur sechs anstelle des Maximalstrafrahmens von zehn Jahren Haft.
"Damit zu leben, ist niederschmetternd"
"Ich weiß, dass ich nichts sagen kann, das meine Tat rechtfertigen könnte", erklärte sich die 27-Jährige völlig aufgelöst nach der Urteilsverkündung. "Ich möchte nur klarstellen, dass ich niemals eine Intention hatte, meiner Zwillingsschwester das Leben zu nehmen. Wenn ich es ungeschehen machen könnte, würde ich das sofort tun."
"Mit der Tatsache zu leben, dass sie nicht mehr unter uns ist, ist niederschmettern", so die Verurteilte unter Tränen weiter. "Ich will mich nur bei meiner Familie entschuldigen, dass sie dies alles wegen mir durchmachen müssen. Ich hoffe sie können mir verzeihen."
"Du wünscht dir, dass du bald aufwachst"
"Sie haben sich wirklich geliebt", so die Mutter der Zwillinge, Iveliss Class, in einem Gespräch mit "People" im Juli diesen Jahres. "Sie standen sich bei der Geburt ihrer eigenen Kinder bei. Sie haben gemeinsam mit den Kids Ausflüge gemacht. Sich gegenseitig zur Arbeit gefahren. Sie waren ein Team".
Umso schlimmer ist jetzt der Verlust für die gesamte Familie. "Nach dem Verlust eines Kindes kannst du nicht mehr schlafen", schildert die trauernde Frau weiter. "Du wünscht dir nur noch, dass das alles ein Albtraum ist und du bald aufwachst."
Anna Ramirez hinterlässt drei kleine Töchter, um die sich jetzt die Familie ebenso kümmern muss, wie das 22 Monate alte Kind ihrer verurteilten Schwester. Diese wird ihr Kind erstmals im Schulalter wieder in Freiheit sehen können. In etwas mehr als fünf Jahren hat die 27-Jährige das erste Mal die Chance auf eine Anhörung für eine frühzeitige Entlassung bekommen.