Welt

Zwölf Tage Terror und Angst in Frankreich

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:37

Von 11. bis 22. März hielt Attentäter Mohamed Merah Frankreich in Atem. Er tötete insgesamt sieben Menschen und wurde nach heftigem Widerstand von Scharfschützen getötet.

Von 11. bis 22. März hielt Attentäter Mohamed Merah Frankreich in Atem. Er tötete in Toulouse und Montauban insgesamt sieben Menschen und wurde nach heftigem Widerstand von Scharfschützen getötet.


Die Anschläge von Mohamed Merah sind zu Ende. Zwölf Tage lang narrt der Attentäter von Toulouse die Polizei und prahlt mit seinen Taten, die er auch auf Video aufnimmt. Als die Polizei ihm auf die Schliche kommt, verschanzt er sich in seinem Wohnhaus. Da sich der eiskalte Killer als äußert gewaltbereit erweist und seine Ankündigungen, sich stellen zu wollen, nicht einhält, schreitet schließlich die Eliteeinheit Raid ein. Sniper schalten den Mann aus.

Die zwölf Terror-Tage im Überblick:

11. März: Ein Fallschirmjäger in Zivil wird am Nachmittag in Toulouse auf offener Straße erschossen. Der Täter, der sein Opfer durch eine Internet-Anzeige aufspürte, flieht auf einem Motorroller. Noch rechnet in Frankreich niemand, dass die abscheuliche Tat nur der Anfang einer Anschlagsserie war. Danach passiert drei Tage nichts, der Täter bereitet sich vermutlich auf weitere geplante Anschläge vor.

15. März: Ebenfalls auf offener Straße werden zwei weitere Fallschirmjäger getötet, die gerade am Geldautomaten Geld abheben wollten. Ein dritter Soldat wird lebensgefährlich verletzt. Auch diesmal flieht der Täter auf einem Motorroller, was auf einen Serientäter hinweist. Ort der Bluttat ist Montauban, rund 50 Kilometer nördlich von Toulouse. In beiden Fällen schoss der Angreifer mit einer Waffe vom Kaliber 11,43 Millimeter. Das 17. Regiment, dem die Soldaten angehören, ist häufig in Afghanistan im Einsatz.
19. März: Vor Unterrichtsbeginn erschießt ein Mann vor einer jüdischen Schule in Toulouse drei Kinder und einen Lehrer. Bei der Gewalttat, die weltweit Entsetzen auslöst, trägt der Täter eine Kamera um die Brust geschnallt. Die Ermittler verfolgen zunächst vorrangig die Spur, dass es sich um einen neonazistischen oder antisemitischen Soldaten handeln könnte, doch auch eine islamistische Tat wird nicht ausgeschlossen. Präsident Nicolas Sarkozy ruft in Südfrankreich die höchste Terrorwarnstufe scharlachrot aus.

20. März: Frankreich gedenkt der Opfer in einer Schweigeminute. Bei den Ermittlungen wird am Abend die Neonazi-Spur aufgegeben.

21. März: Die Polizei spürt Mohammed Merah auf und umzingelt gegen drei Uhr morgens dessen Haus im Osten von Toulouse. Der mutmaßliche Täter verschanzt sich in seiner Wohnung. Der 23-jährige algerischstämmige Franzose gibt an, er gehöre zum islamistischen Terrornetzwerk Al-Kaida. In Israel werden die vier jüdischen Opfer begraben, in Frankreich findet eine Trauerfeier für die drei Fallschirmjäger statt.
22. März: Die Polizei hat keinen Kontakt mehr zu dem Attentäter. Nach rund 32 Stunden Belagerung dringt die Polizei-Spezialtruppe Raid am Vormittag in die Wohnung des Mannes vor, nachdem sich dieser entgegen seiner Ankündigung nicht stellen wollte. Der 23-Jährige, der sich zunächst im Badezimmer versteckt und dann wild um sich schießt, wird von Scharfschützen getötet, als er durch das Fenster flüchten will.

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