"Der Fall Collini"

18. April 2019 14:52; Akt: 18.04.2019 15:01 Print

Ein Film so spannend wie ein Gesetzestext

von Leonard Dworschak - Junger Anwalt + schweigender Mörder + mysteriöse Vergangenheit = vorhersehbarer Gerichtsfilm.

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Seinen Fall im Blick: Anwalt Caspar Leinen (Elyas M'Barek) vor seiner Kanzlei. Johanna Meyer (Alexandra Maria Lara) verfolgt den Strafprozess im Gerichtssaal. Caspar Leinen (Elyas M'Barek) auf der Suche nach einem Mordmotiv. Ein letztes Gegenüber: Fabrizio Collini (Franco Nero) sieht seinem Opfer Jean-Baptiste Meyer (Manfred Zapatka) ein letztes Mal in die Augen. Wird Caspar Leinen (Elyas M'Barek) Fabrizio Collini (Franco Nero) im Gerichtssaal zu einer Aussage bewegen können? Caspar Leinen (Elyas M'Barek) sucht im Boxkampf mit seinem Freund Aicke (Hannes Wegener) den sportlichen Ausgleich zum schwierigen Kriminalfall. Anwalt Caspar Leinen (Elyas M'Barek) Johanna Meyer (Alexandra Maria Lara) kann nicht glauben, was ihrem Großvater zugestoßen ist. Ihr Jugendfreund Caspar Leinen (Elyas M'Barek) steht im Hintergrund. Anwalt Caspar Leinen (Elyas M'Barek) mit seinem Rechtsgegner, der Strafverteidiger-Legende Richard Mattinger (Heiner Lauterbach). Was trieb den Italiener Fabrizio Collini (Franco Nero) zum Mord von Hans Meyer? Warum muss ausgerechnet Johanna Meyers (Alexandra Maria Lara) Jugendliebe Caspar Leinen (Elyas M'Barek) die Verteidigung des Mörders ihres Großvaters vor Gericht übernehmen? Anwalt Caspar Leinen (Elyas M'Barek) und sein Mandant Fabrizio Collini (Franco Nero) im Gerichtssaal. Johanna Meyer (Alexandra Maria Lara) Ob der Fall hier seine Aufklärung und Gerechtigkeit findet? Anwalt Caspar Leinen (Elyas M'Barek) im Gerichtsgebäude. Ein harter Anblick: Anwalt Caspar Leinen (Elyas M'Barek) schaut bei der Obduktion von Hans Meyer zu, der für ihn wie ein Ziehvater war. Strafverteidiger Richard Mattinger (Heiner Lauterbach) und die Enkelin des Ermordeten, Johanna Meyer (Alexandra Maria Lara). Auf der Suche nach einem Motiv: Anwalt Caspar Leinen (Elyas M'Barek). Hauptdarsteller Franco Nero (links; spielt Fabrizio Collini) und Elyas M'Barek (rechts; spielt Caspar Leinen) mit Buchautor Ferdinand von Schirach (Mitte)

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Der pensionierte Gastarbeiter Fabrizio Collini (Franco Nero) tötet den Großindustriellen Hans Meyer (Manfred Zapatka) in seiner Hotelsuite mit drei Schüssen in den Kopf, dann setzt er sich blutbespritzt in die Lobby, um auf die Exekutive zu warten.

Dem Mörder wird Pflichtverteidiger Caspar Leinen (Elyas M'Barek), frisch von der Uni und noch völlig grün hinter den Ohren, zur Seite gestellt. Zu spät entdeckt der Bursche, dass er das Opfer kannte: Meyers gibt es ja in Deutschland viele, und Hans hat überdies Jean-Baptiste in seinem Taufschein stehen.

Caspar will das Mandat daraufhin niederlegen. Nicht zuletzt, weil seine Jugendliebe Johanna (Alexandra Maria Lara) darauf drängt. Doch sein alter Professor Richard Mattinger (grauslich schmierig, mit Sonnenbank-Teint und Haartolle: Heiner Lauterbach), den Johanna als Anwalt engagiert hat, überzeugt Caspar, seine Pflicht wahrzunehmen. Justitia ist schließlich blind und schert sich nicht um persönliche Zwickmühlen.

Ein Motiv will ausgegraben werden

Der Prozess gestaltet sich schwierig, da Collini eisern schweigt. Dass ihm eine lebenslange Haft blüht, ist ihm herzlich egal. Leidend sitzt er in seiner Zelle, reumütig ist er aber keineswegs. Erst als Caspar die schwierige Beziehung zu seinem Vater andeutet, beginnt der Angeklagte aufzutauen.

Spätestens hier dürfte selbst den unerfahrensten Gerichtskrimi-Neulingen klar werden, dass sich das Motiv für Collinis Tat in der Vergangenheit verbirgt. Eine tollpatschige Rückblende, in der ein böses Wort mit Nazi-Bezug fällt, hat da bereits verraten, wie viele Jahre Caspar zurückgehen muss, um die Wahrheit zu erfahren.

Der Trailer von "Der Fall Collini":

Vorhersehbar

Offensichtlicher kann eine Brotkrumenspur kaum gelegt werden. Konservativer lässt sich ein Gerichtsthriller kaum erzählen. Der "Fall Collini" erweist sich dadurch als äußerst vorhersehbar, sprich durch und durch unspannend.

Dass der geradlinige, schnörkellose Narrativ zum Stil des Schriftstellers und Juristen Ferdinand von Schirach passt, auf dessen Romanvorlage der Film basiert, kann man positiv sehen, muss man aber nicht. Auf Buchseiten mag das eine ganz eigene Anziehungskraft entwickeln, auf der Leinwand geht es aber nicht mal als "Oldschool" durch.

Bewegendes Finale als Pluspunkt

"Der Fall Collini" nimmt sich eines wichtigen Themas an und punktet letztendlich mit einem bewegenden Finale. Der Rest aber ist mühsames Gerichtsfilm-Einmaleins. Die schauspielerische Leistung geht in Ordnung. Nach der Chemie zwischen M'Barek und seinen Co-Stars Nero, Lauterbach und Lara sucht man jedoch vergeblich.

Fazit:

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"Der Fall Collini" startet am 18. April 2019 in den österreichischen Kinos.

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