Geheimnis des Zaubertranks

07. März 2019 17:04; Akt: 01.04.2019 12:09 Print

Der neue Asterix-Band ist endlich da

Miraculix braucht einen Nachfolger und macht sich mit Asterix und Obelix in Gallien auf Talentsuche.

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Der erste Asterix-Band "Astérix le Gaulois" / "Asterix der Gallier" erscheint im französischen Magazin Pilote am 29. Oktober 1959. Texter René Goscinny wird am 14.8.1926 in Paris geboren. Bis zu seinem frühen Tod am 5.11.1977 verfasst er 24 Asterix-Bände. Asterix ist bis heute der erfolgreichste Comic Frankreichs. Albert Uderzo, Asterix' Zeichner wird am 25. April 1927 in Fismes unweit von Reims geboren. Nach dem frühen Tod Goscinnys übernimmt er auch das Texten der Abenteuer. Bis Ende 2009 erschafft er zehn weitere Bände. Jeder Asterix-Band fängt gleich an. Die Einleitung ist der weltbekannteste Prolog eines Comics: "Wir befinden uns im Jahre 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt ... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten." Niemand weiß, wo genau das Gallische Dorf liegt. Sicher ist, dass es an der Küste von Aremorica liegt, in der heutigen Bretagne. Nach dem Grund gefragt, warum sein Held Asterix heißt, soll René Goscinny geantwortet haben, dass der Anfangsbuchstabe A einen "unleugbaren Vorteil in der alphabetischen Aufstellung in einem späteren Comic-Lexikon mit sich bringt". Der erste Band "Astérix le Gaulois" erschien 1961 bei Dargaud in Frankreich. Die Startauflage: 6.000 Stück. Heute bekommt man für eines dieser Hefte in gutem Zustand bis zu 2.000 Euro. 1965 erscheint Asterix erstmals auf Deutsch im Rolf Kaukas Magazin Lupo modern. Asterix und Obelix wurden fürs deutsche Publikum umbenannt. Plötzlich waren die beiden Westgermanen und hießen Siggi und Babarras. Sie wohnten in der "kleinen Fliehburg Bonnhalla". Als Goscinny und Uderzo von der Verfälschung ihrer Serie Wind bekommen, gehen sie gerichtlich dagegen vor und entziehen Kauka alle Rechte. Der berühmteste Satz der Asterix-Saga "Die spinnen, die Römer!" (Ils sont fous, ces Romains!) kommt erstmals im Band "Asterix als Gladiator" vor (Band 3 im Deutschen, Band 4 im Original) Am 26. November 1965 bringt eine Rakete den ersten französischen Satelliten in den Weltraum. Sein Name: Astérix. Kein Asterix-Band ohne lateinische Sprüche! René Goscinny hat sie alle aus dem französischen Lexikon Petit Larousse. In dessen Mitte, auf den sogenannten rosa Seiten, findet sich traditionell eine Sammlung von lateinischen Sentenzen. Idefix, Liebling der Leser und Obelix kleiner, pfiffiger Begleiter und Hinkelstein-Austräger-Lehrling, war nicht von Anfang an dabei. Im Band "Tour de France" (Band 6 im deutschen Raum, Band 5 im Original) sitzt Idefix vor einer Fleischhauerei in Lutetia. Dass das Hündchen Idefix heißt, durften die Leser entscheiden. Der Name gewann bei einem Leserwettbewerb im Magazin Pilote. In Anlehnung an den Arvernerhäuptling Vercingetorix, unter dessen Führung sich im Jahr 52 v. Chr. Gallien gegen die römische Herrschaft erhob, wählten die Asterix-Autoren für die Namen ihrer Widerständler die Endung -ix. Das Wort rix steht in der keltischen Sprache für König oder Fürst. Ende 1968 erschien "Asterix der Gallier" erstmals beim deutschen Ehapa Verlag. Nach dem 36. Band (Das Papyrus des Asterix) hatte der Verlag rund 130 Millionen Exemplare verkauft. In Sammlerkreisen ist die Asterix-Erstausgabe eine gesuchte Rarität, die in sehr gutem Zustand im Comic Preiskatalog 2017 mit einem Wert von 800 Euro abgegeben wird. Das Rezept des Zaubertranks, der übermenschliche Kräfte verleiht, ist streng geheim. Wer die Asterix-Abenteuer aufmerksam liest, kennt zumindest einige der Zutaten: Misteln, Wurzeln, Gräser, Feldblumen, vierblättrige Kleeblätter, Hummer, Erdbeeren, Salz und Pfeffer. Allerdings ändert der Druide Miraculix die Rezeptur zwischendurch. Erdbeeren sind kein Muss und das verwendete "Petra Oleum" wird durch Rote Rübensaft ersetzt. Bis heute werden die Asterix-Bände 2 bis 7 in der deutschsprachigen Ausgabe in anderer Reihenfolge als im französischen Original publiziert. Die tatsächliche Chronologie: 2 Die goldene Sichel (im Deutschen: 5) 3 Asterix und die Goten (7) 4 Asterix als Gladiator (3) 5 Tour de France (6) 6 Asterix und Kleopatra (2) 7 Der Kampf der Häuptlinge (4) Immer wieder schleichen sich berühmte Persönlichkeiten in die Hefte ein. Cameo-Auftritte gibt es u.a. von: den Beatles (Asterix bei den Briten) Laurel & Hardy (Obelix GmbH & Co. KG) das Marsupilami (Kampf der Häuptlinge) Sean Connery (als Agent Nullnullsix in Die Odyssee) Kirk Douglas (Spartakis in Obelix auf Kreuzfahrt) Vincent Cassel (Clanchef Mac Abberh in Asterix bei den Pikten) 1971 erschien Band 10. Auch der deutschsprachige Raum ist inzwischen vom Asterix-Fieber angesteckt. Die Auflage erreicht erstmals 1 Million. Im Herbst 1979 gründet Albert Uderzo im Andenken an seinen verstorbenen Freund und Partner das Unternehmen Les Éditions Albert René, in denen ab Band 25 fortan die Asterix-Abenteuer erscheinen. Das erste Asterix-Abenteuer, das im neuen Verlag erscheint, ist "Der große Graben" (La grande Fossé). Inspiriert wurde Albert Uderzo bei einem Besuch in Berlin. Die durch die Mauer geteilte Stadt brachte ihn zur Geschichte um ein zweigeteiltes gallisches Dorf. Disneyland Paris kennt jeder. Der Vergnügungspark wurde 1992 unter dem Namen Euro Disney eröffnet. Fast genauso erfolgreich ist in Frankreich der Parc Astérix, ebenfalls nahe Paris. Er wurde bereits am 30. April 1989 eröffnet. Millionen Besucher strömen von Anfang April bis Anfang November dort hin. Am 6. März 1999 würdigt die Französische Post Asterix zum Tag der Briefmarke mit einem 3-Francs-Wertzeichen, das sich über 10 Millionen Mal verkauft. Beim renommierten Internationalen Comicfestival in Angoulême wird Albert Uderzo im Jahr 2000 für sein Lebenswerk mit dem Prix du millénaire, dem Preis des Jahrtausends ausgezeichnet. Am 15. November 2008 wird bei einer Auktion in Paris eine Seite aus Astérix gladiateur / Asterix als Gladiator zu einem Rekordpreis versteigert. Das Blatt ist 39 x 47,5 cm groß, schwarz-weiß und erschien als Seite 41 im Jahr 1962 in der Nummer 165 von Pilote. Das Blatt bringt 312.500 Euro ein. Eine neue Ära bricht an. An Asterix bei den Pikten (Band 35) arbeitet Albert Uderzo nicht mehr mit. Stattdessen zeichnet nun Didier Conrad (* 6. Mai 1959), der Text stammt von Jean-Yves Ferri (* 20. April 1959). Am 1. September 2015 veröffentlicht die Deutsche Bundespost die Blockausgabe Asterix mit einer Szene aus dem gallischen Dorf. Sie bringt zwei Wertzeichen mit Asterix und Obelix zu 0,62 sowie ein Wertzeichen mit Idefix zu 0,21 . Im Jahr darauf wird der Asterix-Block zur schönsten deutschen Briefmarke des Jahres 2015 gewählt. Gemäß der Tradition agieren die gallischen Helden wechselweise mal rund ums gallische Dorf, mal in der Weite der antiken Welt. Eine weitere feste Größe sind immer wiederkehrende Ereignisse, wie das zum Schweigen Bringen des Barden, der streit um Verleihnix' stinkende Fische und das große Festbankett auf der letzten Seite im letzten Bild, mit dem die Dorfgemeinschaft stets den guten Ausgang eines Abenteuers feiert. 36 Bände feiern Asterix, Obelix und ihr Dorf. Weltweit wurden sie 370 Millionen Mal verkauft. Asterix wurde in 110 Sprachen und Dialekte übersetzt. Am 19. Oktober 2017 erscheint Band 37, Asterix in Italien. Schon zum dritten Mal wird er von Jean-Yves Ferri (Text) und Didier Conrad (Bilder) gestaltet. Im Original heißt das Abenteuer "Astérix et la Transitalique". Der Band erscheint zeitgleich in mehr als 20 Sprachen mit einer Startauflage von über 4 Millionen Exemplaren. Am 25. April 2017 wurde Albert Uderzo 90 Jahre alt. Alles Gute zum Geburtstag nachträglich!

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Band 38 der Asterix-Saga hat noch nicht einmal einen Namen und kommt sowieso erst am 24. Oktober 2019 in den Handel (Heute.at bekam HIER eine der streng geheimen Seiten vorab vom Verlag).

Deshalb kam es völlig überraschend, dass der Egmont-Ehapa-Verlag einen Asterix-Band dazwischen einschiebt. Seit dem 7. März ist der neue "Asterix – Das Geheimnis des Zaubertranks" da. Es ist kein "normales" Abenteuer, sondern das Buch zum neuen Film, der eine Woche darauf, am 15. März ins Kino kommt.

In Comic und Film sucht Miraculix einen Nachfolger. Beim Mistel-Schneiden fällt er vom Baum und zittert um die Zaubertrank-Versorgung seiner schlagkräftigen Schäfchen im Gallischen Dorf.

Mit Asterix und Obelix macht er sich auf die Reise durch Gallien, um einen jungen, talentierten Druiden zu finden, den er in seine Amtsgeheimnisse einweihen kann. Miraculix' alter Widersacher Dämonix bekommt von der Talentsuche Wind und will dem Druiden in den Zaubertrank spucken.

Eines der beiden Bilder aus dem neuen "Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks", die uns der Verlag vorab zur Verfügung stellte:

Trailer zum Film "Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks" (ab 15.3. im Kino)

"Asterix - Das Geheimnis des Zaubertranks" ist ab 7. März erhältlich – entweder im Softcover (Euro 6,90) oder als gebundene Ausgabe (Euro 13). Ganz klassisch wird der Band 48 Seiten haben.
Außerdem kommen noch ein "offizielles Buch zum Film" (Euro 10, Schneiderbuch ISBN: 978-3-505-14259-8) und ein
"Roman zum Film" (Euro 10,00 Schneiderbuch, ISBN: 978-3-505-14260-4)

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