Ab 1. März zu sehen

23. Februar 2018 13:00; Akt: 23.02.2018 13:04 Print

Oberes Belvedere krallt sich zwei neue Klimt-Bilder

Im Klimt-Jubiläumsjahr ist es dem Oberen Belvedere gelungen, zwei neue Gemälde zu bekommen. Eines war bisher unbekannt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn am 1. März die Türen zur neuen Schausammlung im Oberen Belvedere geöffnet werden, erwarten Besucher zwei neue Gemälde von Gustav Klimt.

Kurator forschte und fand bisher unbekanntes Gemälde
"Forsthaus in Weißenbach" wurde restituiert. Als Dauerleihgabe ist es trotzdem bald wieder ausgestellt. Dass die Welt überhaupt vom Gemälde "Marie Kerner von Marilaun als Braut" weiß, ist Belvedere-Kurator Markus Fellinger zu verdanken. Er fand im Nachlass eines Uni-Wien-Professors Briefe, die auf ein bisher unbekanntes Klimt-Gemälde hinwiesen. Fellinger begann zu recherchieren und stieß auf das Frauenbildnis.

Klimt malte Urlaubsunterkunft in OÖ
"Forsthaus in Weißenbach I (Landhaus am Attersee)" war viele Jahre aus der Öffentlichkeit verschwunden, jetzt kommt das Landschaftsgemälde nach Wien-Landstraße. Klimt malte es auf Sommerfrische in Weißenbach am Attersee. Er wohnte in dem Forsthaus als er 1914 in Oberösterreich urlaubte.

2001 restituiert, 2018 wieder zurück im Belvedere
Ursprünglich befand sich das Gemälde in der umfangreichen Kunstsammlung von Jenny Steiner in Wien. Als Steiner 1938 flüchten musste, wurde das Bild in der Folge von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und vom Dorotheum Wien 1940 versteigert. Zumindest ab 1963 war es im Besitz von Emma Danziger, die es 1994 als Legat an die Österreichische Galerie Belvedere übergab. Das Gemälde war dann im Bestand des Hauses und wurde 2001 nach einer Empfehlung des Kunstrückgabebeirats an die Erben nach Jenny Steiner restituiert. In der Folge bei Sotheby’s versteigert, ist es nun als Dauerleihgabe wieder im Belvedere, und zwar im Kuss-Raum zu sehen.

Kurator fand Klimt-Briefe: Suche nach Bild begann
Klimt malte "Marie Kerner von Marilaun als Braut im Jahr 1862" in den Jahren 1891/92 im Auftrag des damaligen Botanik-Professors Anton Kerner (1831-1898). Belvedere-Kurator Markus Fellinger fand im Nachlass des Professors fünf Briefe, die Klimt an Anton Kerner von Marlaun schrieb. Der Kurator begann zu recherchieren - und wurde fündig.

Das Gemälde zeigt die Frau des Professors, Marie Kerner (1835-1919), zum Zeitpunkt ihrer Hochzeit am 1. Mai 1862. "Zwischen der Hochzeit und der Entstehung des Bildes liegen 30 Jahre. Stilistisch steht das Gemälde den Wandbildern im Stiegenhaus des kunsthistorischen Museums nahe," so Markus Fellinger. Das Bild wird gemeinsam mit der als Vorlage verwendeten Fotografie und anderen Dokumenten in der neuen Schausammlung
präsentiert.

Mehr Infos zu Gustav Klimt im Belvedere finden Sie hier

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(lam)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heimatland am 23.02.2018 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Lauf der Dinge

    Das wirklich bekannteste Klimtgemälde musste restituiert werden, ein +neu entdecktes+, sprich eher unbedeutendes wird ausgestellt und als Sensation dargestellt...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Heimatland am 23.02.2018 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Lauf der Dinge

    Das wirklich bekannteste Klimtgemälde musste restituiert werden, ein +neu entdecktes+, sprich eher unbedeutendes wird ausgestellt und als Sensation dargestellt...