Filmkritik

11. Juli 2019 10:00; Akt: 12.07.2019 14:46 Print

Entführungsthriller mit "Fack Ju Göhte"-Stars

Der erste deutsche Netflix-Film "Kidnapping Stella" erzählt von zwei Männern, die eine junge Frau namens Stella entführen, um ihren Vater zu erpressen.

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Am helllichten Tag wird Stella von zwei maskierten Männern entführt. Dahinter stecken die beiden Kriminellen Vic und Tom, die den reichen Vater der jungen Frau um ein hohes Lösegeld erpressen. Doch als dieser sich weigert zu zahlen und Stella ein überraschendes Geständnis macht, kommt alles anders als geplant.

Im ganzen Film kommen nur drei Darsteller vor: Clemens Schick ("Casino Royale") sowie Jella Haase (Chantal aus "Fack Ju Göhte") und Max von der Groeben (Danger aus "Fack Ju Göhte").

Schockierende Szenen

Ähnlich wie im britischen Original-Film "Die Entführung der Alice Creed" aus dem Jahr 2009 geht es auch in "Kidnapping Stella" (Regie: Thomas Sieben) sehr brutal zu. Stella wird in einer abgelegenen Wohnung mit Gewalt ans Bett gefesselt und der Mund zugeklebt. Wenn sie aufs Klo muss, soll sie ein Handzeichen geben und darf in Anwesenheit der Entführer in einen Behälter pinkeln.

Es sind Szenen, die schockieren und zutiefst emotional berühren. Niemand ahnt, was die beiden Entführer als Nächstes vorhaben. Auch bei der Premiere (am 29. Juni) beim Filmfest in München ist den Zuschauern die Sorge um Stella ins Gesicht geschrieben.

+++Hier das Interview mit Max von der Groeben & Clemens Schick +++

Spannung nimmt ab, Story driftet ins Abstruse ab

Doch nach einer überraschenden Wendung beginnt Langweile aufzukommen: Die Dialoge wirken abgedroschen, die Schauspieler wirken nicht mehr so authentisch wie am Anfang, von Spannung ist kaum noch die Rede.

Die spannenden Twists im Original werden durch fade, einfallslose Handlungen ersetzt. Im Gegensatz zum Original wirkt das Remake fast etwas prüde. Auch beim Publikum bei der Premiere fällt auf: Es wird an den Stellen gelacht, die mehr schockieren, als einen unterhalten sollten. Am Ende driftet der Film schließlich ins Abstruse ab.

Schade, eigentlich. Für den ersten deutschen Netflix-Film hätte man sich definitiv mehr erwartet.

"Kidnapping Stella" startet am 12. Juli auf Netflix.


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(LM)

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