IS-Gräuel

28. Juni 2017 21:34; Akt: 28.06.2017 21:39 Print

"Sie sagten ihr, sie habe gerade ihr Baby gegessen"

Die jesidische Parlamentarierin Vian Dakhil erzählt in einem Interview von den Gräueltaten des "Islamischen Staates".

Vian Dakhil spricht über die Gräuel des IS. (Bild: Screenshot)

Vian Dakhil spricht über die Gräuel des IS. (Bild: Screenshot)

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Vian Dakhil ist die einzige politische Vertreterin der Jesiden im irakischen Parlament. Sie ist im ganzen Land bekannt, weil sie sich für Rechte jesidischer Frauen einsetzt und sich auch für Befreiungsaktionen von Jesiden starkmacht, die von der Terrormiliz IS entführt wurden.

Dakhil zufolge befinden sich noch immer fast 7.000 Frauen und Kinder in IS-Gefangenschaft – wobei Dakhil sich gegen die Verwendung "Gefangenschaft" wehrt: "Wir dürfen sie nicht als 'Gefangene' bezeichnen, denn Gefangene haben entsprechend den internationalen Konventionen gewisse Rechte. Diese Frauen und Kinder aber wurden vom IS entführt, sie werden von ihm gekauft und verkauft. Sie werden wie Gegenstände, nicht wie Gefangene behandelt."

Mädchen zu Tode vergewaltigt

Anfang Juni berichtete die 43-Jährige in einem emotionalen Interview auf Extra News TV von den Gräueltaten des IS gegenüber seinen Opfern. Wie vier- bis zehnjährige Buben ihren Eltern weggenommen und zu Selbstmordattentaten gezwungen wurden. Wie ein zehnjähriges Mädchen vor den Augen des Vaters zu Tode vergewaltigt wurde. Wie Männer und männliche Teenager, die der IS nicht für seine Zwecke einsetzte, kurzerhand getötet wurden.

Als Dakhil ein weiteres Schicksal einer jesidischen Frau schildert, kann sie Tränen nicht zurückhalten: "Eine der Frauen, die wir freikaufen konnten, war drei Tage ohne Nahrung in einer Zelle festgehalten worden." Am vierten Tag hätten IS-Kämpfer ihr eine Schüssel mit Reis und Fleisch gebracht. Die hungrige Frau habe das Essen verschlungen. "Als sie fertig war, sagten sie ihr: 'Wir haben deinen einjährigen Sohn, den wir dir weggenommen haben, gekocht. Das ist es, was du soeben gegessen hast.'"

Dakhils Rede rüttelte die Welt auf

Ob die IS-Leute der Frau tatsächlich ihr eigenes Kind zum Essen vorgesetzt hatten oder die Frau "lediglich" quälen wollten, ist nicht klar. Beispiele von unaussprechlichen Gräueltaten des IS gegenüber angeblichen "Ungläubigen" gibt es leider unzählige.

Die jesidische Abgeordnete Dakhil wurde 2014 mit einer Rede im irakischen Parlament weltweit bekannt. Sie sagte damals: "Herr Präsident, wir werden abgeschlachtet unter dem Banner 'Es gibt keinen Gott außer Allah'. Unsere Frauen werden auf Sklavenmärkten verkauft, es gibt einen Völkermord an den Jesiden. Wir werden ausgerottet, unsere Religion soll vernichtet werden. Ich appelliere an Ihre menschliche Solidarität, retten Sie uns."

Das Video der Rede, die Dakhil heftig weinend beschloss, ging um die Welt.

Dakhil machte der Welt das hoffnungslose Schicksal der Zehntausenden vom IS im Sinjar-Gebirge eingekesselten Jesiden bewusst. Die Rede sei, so heißt es, mit ausschlaggebend dafür gewesen, dass der damalige US-Präsident Barack Obama seiner Luftwaffe den Angriffsbefehl für den Norden Iraks gab.

Die bewegende Rede von Vian Dakhil von 2014


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pferdchen150273 am 28.06.2017 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tapfere frau

    unfassbar und traurig dieser bericht. tapfere frau, kämpfe weiter !! eine schande ist das uns unsere politiker so eine kultur aufs auge drücken will.

  • Rolf am 29.06.2017 06:09 Report Diesen Beitrag melden

    Islamischer Staat

    Die Religion des Friedens. Mich wundert nur, dass sich keiner davon abbekennt bei dem was im Namen des Islams verbrochen wird. Stille Zustimmung ist auch eine Zustimmung.

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  • keksi am 29.06.2017 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krank

    Das ist alles nur mehr krank !!! bei mir steigt schon langsam die Verzweiflung hoch ,wo steuern wir hin ?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Vlarif am 29.06.2017 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Jeziden

    Ich Frage mich was ist los, was lauft schief vor allem mit die Asylwerber. Es kommen lauter junge Männer aber bitte wo sind die die Hilfe wirklich brauchen? Die Frauen und Kinder? Ich habe noch keine jesidische Menschen hier gesehen. Zurück mit die jungen Männer die sollen für die Freiheit und ihre Land kämpfen. Hierher gehören die Frauen und kinder! So wie es jetzt ist Frage ich mich warum meistens die Männer kommen? Wer verteidigt ihre Land und Familien?

  • wienerwunder am 29.06.2017 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Integration

    Die armen IS-Hascherl müssen schnellstens bekehrt werden. Sie brauchen dringend Asyl in Österreich oder Deutschland!

  • Mimi am 29.06.2017 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Mir macht das ganze auch richtig Angst

    Traurig! Ich bin muslim ohne kopftuch auch ganz normal gekleidet usw. um sich ein Bild zu machen, dass es auch solche gibt ;) Also meine lieben leute wie manche die kommentieren glauben, dass wenn muslime hierzulande schweigen,dem Mist was der IS macht zustimmen-ist falsch!!! Denkt doch mal ganz scharf nach..solche wie ich und meine Familie wären die 1. auf der abschussliste vom IS, weil wir eben nicht kopftuch tragen & auch alleine raus gehen/fort gehen usw. Also wir haben die selben sorgen &wenn man sich mal äußert heißt es >er/sie lügt!Also bin ich gespannt wie vielen der Beitrag ned taugt

    • genaunachseher am 30.06.2017 08:22 Report Diesen Beitrag melden

      leider eine wertlose stimme, meine liebe

      es tut mir leid aber warum bist du dann moslem? aus stolz? aus angst, weil auf austritt die todesstrafe folgt laut sharia? aus loyalität deinen eltern gegenüber? wenn du so aufgeschlossen und "moderat" bist, unterstelle ich dir das du keine ahnung vom koran, von sharia, den hadithen oder der sunna hast. wäre mohammed heute am leben, würde er den IS anführen. steht alles in islamischen schriften - WER mohammed war.

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  • G.Amlacher am 29.06.2017 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Fragestunde!

    Was soll man glauben? Wer würde wagen das in Frage zustellen? Und wer würde wagen da was dagegen zu sprechen? Und wer gibt entlich mal Amerika die Schuld an die entstehung des IS !

  • Peter Lüdin am 29.06.2017 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Der...

    Daesh (IS) ist lediglich ein Geschäftsmodell arbeitsloser sunnitischer Verlierer des Irak-Krieges, das von Erpressung, Raub, Mord und Totschlag ebenso lebt wie von finanziellen Zuwendungen aus Ländern wie KSA und Katar und von Spenden von Muslimen in Europa.