Russland hat rund um die Kontroverse um den mutmaßlichen Giftgasanschlag seine eigene Wahrheit. Nun provoziert Putin mit neuen kontroversen Vorwürfen.
Den Giftgasanschlagauf die syrische Kleinstadt Chan Scheichun will Russland noch immer nicht wahrhaben. Sie unterstützen nach wie vor Machthaber Bashar al-Assad. Präsident Wladimir Putin hat nun, kurz vor dem Besuch des amerikanischen Außenministers Rex Tillerson in Moskau, weitere haarsträubende Behauptungen aufgestellt.
Bei einer Pressekonferenz mit dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella erhob er schwere Vorwürfe. Als Reaktion auf den Giftgasanschlag haben die USA einen syrischen Luftwaffenstützpunkt bombardiert. Putin rechnet mit weiteren Angriffen der US-Armee.
Giftgasanschlag vorgetäuscht
Putin, der den Giftgasanschlag von Chan Scheichun weiterhin leugnet, deutet an, dass weitere Giftgasanschläge "vorgetäuscht" werden könnten, die dann der syrischen Regierung in die Schuhe geschoben werden. Dies solle die USA dazu bewegen, erneut die syrische Armee anzugreifen.
Wer hinter diesen Machenschaften stecken soll, verrät Putin nicht. Das russische Generalstabsmitglied Sergei Rudsko behauptet obendrein, dass syrische Rebellen gerade dabei wären, Giftstoffe an mehreren Orten des Landes zusammenzutragen, mit dem Ziel "einen weitere Vorwand zu schaffen, um der syrischen Regierung den Einsatz chemischer Waffen vorzuwerfen und neue US-Angriffe zu provozieren", so Rudsko.
UNO-Untersuchung
Putin will außerdem, dass der Anschlag von der UNO untersucht wird. Die Türkei sieht den Einsatz des Giftes Sarin als bestätigt und stützt sich auf Blut- und Urinproben der Opfer.
USA: Desinformation
Die USA beschuldigen Russland, die Hintergründe des Giftgasanschlages vertuschen zu wollen. Der Kreml verbreite gezielt falsche Informationen, das müsse aufhören.
Außenminister Rex Tillerson ist am Dienstag in Moskau zu einem zweitägigen Besuch eingetroffen. Er wurde von seinem Amtskollegen Sergei Lawrow eingeladen, ob er auch von Putin empfangen wird, war lange unklar.
Der Kreml bestätigte erst am Mittwoch, dass Tillerson und Putin aufeinandertreffen werden. (csc)