Mehrere US-Bundesstaaten

15. Mai 2019 09:08; Akt: 15.05.2019 10:36 Print

Abtreibungsverbot – auch nach Vergewaltigung

Nach Georgia hat nun auch der US-Bundesstaat Alabama ein de facto völliges Abtreibungsverbot verabschiedet. Frühere Ausnahmen wie bei Vergewaltigung oder Inzest gibt es nicht mehr.

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Nach Georgia hat nun auch der US-Bundestaat Alabama ein stark verschärftes Abtreibungsverbot verabschiedet. Dabei wird Abtreibung "ab einem feststellbaren Herzschlag" unter Strafe gestellt. Ausnahmen, die es früher etwa im Falle einer Schwangerschaft durch Vergewaltigung oder Inzest gab, wurden abgeschafft.

Das "Herzschlag-Gesetz", wie es in den USA genannt wird, ist de facto ein Verbot von Schwangerschaftsabbruch, denn vor der sechsten Woche, ab der ein Herzschlag feststellbar ist, kann eine Frau kaum wissen, ob sie schwanger ist.

Abtreibung nach Vergewaltigung härter bestraft als Vergewaltigung

Wer einen Schwangerschaftsabbruch durchführt oder auch durchführen lässt, dem drohen laut dem neuen Gesetz bis zu 99 Jahre Haft. Gerade im Falle einer Vergewaltigung würde mit diesem Gesetz die Abtreibung härter bestraft als das Verbrechen der Vergewaltigung selbst, erklären Kritiker.

Ausgenommen wären nur Fälle, in denen eine Abtreibung notwendig ist, "um eine ernste Gesundheitsgefahr für die Mutter des ungeborenen Kindes zu verhindern". Die unterschiedlichen Verbote sollen ab 2020 in Kraft treten. Dass es nicht so weit kommt, scheint aber unwahrscheinlich.

Die Bürgerrechtsbewegung ACLU kündigte in Alabama umgehend an, das Gesetz anzufechten. Sie verwies darauf, dass Abtreibungen weiterhin in allen 50 US-Bundesstaaten legal seien. "Wir werden klagen, um zu verhindern, dass dieses Gesetz jemals in Kraft tritt." Das gelte auch für zunehmend restriktive Gesetze in anderen Bundesstaaten.

Urteilsspruch von 1973 soll gekippt werden

Denn die derart streng formulierten Gesetzestexte stehen im Gegensatz zum in den USA namensgebenden Präzedenzfall "Roe vs. Wade" aus dem Jahr 1973. Damals gestand der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten Frauen erstmals das Recht auf Schwangerschaftsabbruch zu, indem er diesen als Teil der Privatsphäre einstufte.

Jenen Gesetzgebern in streng konservativen US-Bundesstaaten, die die neuen Verbote auf Schiene brachten, geht es vor allem um diesen Präzedenzfall, den sie aufheben lassen wollen. Unter der Präsidentschaft von Donald Trump sowie dem inzwischen mehrheitlich konservativ besetzten Obersten Gerichtshof sehen vor allem religiöse Rechte ihre Chance.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jenny am 15.05.2019 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Keine eigene Entscheidung möglich

    Bei manchen Gesetzen greift man sich echt an den Kopf

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  • Geri am 15.05.2019 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch USA

    Die sind doch irre ! Jede Frau sollte über ihren Körper entscheiden sollen ! Besonders wenn sie eine Abtreibung will ! Das tun die wenigsten leichtfertig. Ich finde ebenso das man bei Vergewaltigungen den Tätern ihre Tatwaffe abschneiden sollte !

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  • heinz am 15.05.2019 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    verrückt

    Jetzt drehen sie total durch. Aber die größte Pornoindustrie im Lande.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 15.05.2019 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Was denn??

    Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Frauenhass auch auf die westliche Gesellschaft über schwappt... Jetzt kommen die ersten primitiven Steinzeitaffen aus ihren Löchern, um zu zeigen, dass sie es besser wissen, als "dumme, betroffene Frauen"...

  • Geri am 15.05.2019 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch USA

    Die sind doch irre ! Jede Frau sollte über ihren Körper entscheiden sollen ! Besonders wenn sie eine Abtreibung will ! Das tun die wenigsten leichtfertig. Ich finde ebenso das man bei Vergewaltigungen den Tätern ihre Tatwaffe abschneiden sollte !

    • Kritischer Geist am 15.05.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

      @Geri

      Wenn eine Frau abtreibt, entscheidet sie nicht nur über ihren Körper sondern auch über das Leben ihres ungeborenen Kindes. Die Befürworter der Abtreibung maches es sich zu einfach, wenn sie immer nur an die Frauen denken und nicht an diejenigen, denen man das Leben nimmt.

    • rokki am 15.05.2019 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      so oder so

      Bleibt trotzdem der Frau selbst überlassen, was Sie mit Ihrem Körper macht. Da hat weder der Staat noch die Kirchenfanatiker ein Mitspracherecht. Abgesehen davon hat es einen guten Grund, warum Abtreibungen bis zum 3. Schwangerschaftsmonat möglich ist - der Fötus hat bis zu diesem Zeitpunkt kein eigenes Bewusstsein und könnte (kritisch) mit einem Roboter verglichen werden.

    • Censorship am 15.05.2019 16:06 Report Diesen Beitrag melden

      Sind sie wirklich Kritischer Geist?

      Wann beginnt Leben?? Als Arzt können sie sagen, wann der Herzschlag messbar ist, wann man Hirnströme messen kann, aber ist da auch schon Leben, Bewusstsein? DAS können sie nicht mit Sicherheit beantworten... Es IST die Entscheidung der betroffenen Frauen und nicht von Männern!! Es wundert mich schon, dass sie archaische Steinzeitreligionsdogmen verteidigen...

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  • heinz am 15.05.2019 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    verrückt

    Jetzt drehen sie total durch. Aber die größte Pornoindustrie im Lande.

    • Andrea am 15.05.2019 15:34 Report Diesen Beitrag melden

      Du hast Recht

      heinz.Du hast Recht.Zur Pornoindustrie;90 % der Boys sind Sterilisiert(Pornhub Info)

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  • Konfusius am 15.05.2019 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind liberal

    Seien wir froh, dass wir so liberal sind. Obwohl - Ich würde einem geliebten Menschen niemals zumuten, wegen mir eine Abtreibung vornehmen zu müssen. Wenn schon eine Partnerschaft, dann ohne Destruktivität.

  • Jenny am 15.05.2019 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Keine eigene Entscheidung möglich

    Bei manchen Gesetzen greift man sich echt an den Kopf

    • Thomas E. am 15.05.2019 13:27 Report Diesen Beitrag melden

      @ Jenny

      Religiöse Fanatiker gibt es auch auf der Christlichen Seite, jede Art von Religion gehört verboten.

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