Mögliche Erben

29. Oktober 2018 15:25; Akt: 29.10.2018 16:03 Print

Wer übernimmt für Angela Merkel?

Anfang Dezember will Angela Merkel den Chefposten der CDU abgeben. Es gibt mehrere mögliche Nachfolgekandidaten mit unterschiedlichen Chancen.

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Seit 13 Jahren ist Angela Merkel Kanzlerin, seit mehr als 18 Jahren CDU-Vorsitzende. Beim CDU-Parteitag Anfang Dezember in Hamburg will die 64-Jährige nicht mehr erneut als Parteichefin antrete. Die möglichen Nachfolgekandidaten:

Umfrage
Wer soll Angela Merkel beerben?
57 %
10 %
13 %
2 %
14 %
4 %
Insgesamt 414 Teilnehmer

Friedrich Merz: Merz hat sich am Montag unmittelbar nach Bekanntwerden des Verzichts Merkels auf den Parteivorsitz als Kandidat ins Spiel gebracht. Das hat einen gewissen Hintergrund. Merkel – damals Parteivorsitzende – hatte Merz 2002 von der Spitze der CDU/CSU-Fraktion verdrängt. Das hat bei Merz offensichtlich tiefe Spuren hinterlassen.

Merz, Finanzexperte und "Wertekonservativer", hatte damals eine Debatte über eine deutsche Leitkultur angeschoben. Dem 62-Jährigen wie auch anderen Vertretern des konservativen Parteiflügels dürfte die unterstellte "Sozialdemokratisierung" der CDU unter Merkel aufgestoßen sein. Merz zog sich nach der Niederlage gegen Merkel aus dem Bundestag zurück.

Annegret Kramp-Karrenbauer: Der 56-jährigen CDU-Generalsekretärin geben viele in der Partei die besten Chancen, Merkel zumindest als Parteichefin zu beerben. Die frühere saarländische Ministerpräsidentin gilt auch als Favoritin Merkels. Am Montag wurde bekannt, dass "AKK" als CDU-Vorsitzende kandidieren will. Die Saarländerin hatte Merkel beeindruckt, als sie im Frühjahr 2017 aus fast aussichtsloser Position die Landtagswahl an der Saar mit einem deutlichen Plus doch noch gewinnen konnte.

Die verheiratete Mutter von drei erwachsenen Kindern hat sich in den vergangenen Monaten bei einer sogenannten Zuhör-Tour viel Sympathie an der Parteibasis erworben. Zugleich grenzte sie sich mit mehreren Äußerungen auch von Merkel ab - beispielsweise als sie Anfang Oktober davon sprach, dass die Partei wieder mehr Feuer brauche, wenn sie auch jüngere Menschen ansprechen wolle.

Jens Spahn: Der ehrgeizige Gesundheitsminister aus dem westfälischen Ahaus hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder als konservativer Kritiker der Kanzlerin und CDU-Chefin profiliert. Doch in der Partei heißt es, sollte er Merkel beim Wahlparteitag Anfang Dezember in einer Kampfkandidatur herausfordern, werde er kaum Chancen haben. Ihm wird parteiintern angekreidet, dass er mit Äußerungen etwa in der Flüchtlingspolitik zu stark polarisiert habe. Wer als Kandidat die Mehrheit eines Parteitages auf sich vereinen wolle, müsse alle Flügel integrieren.

Nachdem Merkel an Spahn bei der Bildung ihres vierten Kabinetts nicht mehr herumgekommen war, konzentriere sich der 38-Jährige vor allem auf die Sachpolitik - auch von seinen Kritikern wird seine inhaltliche Kompetenz anerkannt.

Armin Laschet: Als Vorsitzender des stärksten CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen könnte der Ministerpräsident schon über sein Amt einen Anspruch auf den Vorsitz der Bundespartei anmelden – wenn er denn wollte. Der 57-Jährige Aachener gilt bisher als loyaler Stellvertreter Merkels in der Bundes-CDU.

Wolfgang Schäuble: Für den früheren Bundesinnen- und Bundesfinanzminister wäre es die Krönung seiner langen politischen Laufbahn, könnte er Merkel zum Ende seiner Karriere als Bundeskanzler ablösen – wenn auch wohl nur als Übergangslösung.

Das wäre dann wohl auch eine späte Genugtuung, nachdem der damalige Kanzler und CDU-Chef Helmut Kohl Schäuble zwar zunächst Hoffnung auf die Nachfolge als Regierungschef gemacht hatte, daraus aber dann doch nichts wurde. Schäuble wurde nach der verlorenen Bundestagswahl 1998 Parteichef, musste aber im Zuge der CDU-Spendenaffäre im Jahr 2000 seine Ämter als Partei- und Fraktionschef niederlegen. Merkel wurde seine Nachfolgerin im Parteiamt.

Daniel Günther: Der 45 Jahre alte Ministerpräsident aus Schleswig-Holstein gilt vor allem für CDU-Anhänger, die sich eher in der politischen Mitte oder sogar eher links einordnen, als Hoffnungsträger. Diese Einordnung dürfte es dem Chef einer recht geräuschlos arbeitenden Jamaika-Koalition in Kiel allerdings recht schwer machen, von einer breiten Mehrheit zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt zu werden.

Günther selbst sagt von sich, er wolle zunächst erfolgreiche Politik im Land machen und als Regierungschef wiedergewählt werden. Was danach noch kommen könnte, lässt er offen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Darius am 29.10.2018 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Rückzug

    Eigentlich sollte man gehen, wenn es am schönsten ist. Nun zieht sie sich aus der Affäre aus bestimmten Gründen aber wir schaffen das.

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  • Hubert Huber am 29.10.2018 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Jeder oder jede (Gott bewahre) kann nur besser sein - sie war und ist leider weiter schlimm für Deutschland und Europa ...

  • Ungara am 29.10.2018 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich

    Wann ich in meinen Arbeit etwas kaputt mache dann bemühe mich wieder gut zu machen und laufe mich nicht davon!!!!!!!!!!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Richi am 30.10.2018 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Krise

    2015 vergisst keiner und wie das das Land und die Menschen verändert hat.

  • Luna mit U am 30.10.2018 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immunität aufheben

    Ich hoffe nicht da sie sich somit leicht aus der Affäre ziehen kann schließlich hat Frau Merkel duzende male gegen die Verfassung verstoßen und ihren Amtseid gebrochen und sich somit strafbar gemacht

  • Max Mustermann am 30.10.2018 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Für mich eine Kriminelle

    Lebenslange Haft wäre angebracht für die Zerstörung Europas.

  • Wallo am 29.10.2018 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kracho

    Wenn die noch 3 Jahre Kanzlerin bleibt, Na dann gute Nacht.....

    • Karl Breitenfeld am 30.10.2018 03:32 Report Diesen Beitrag melden

      die Haftungsfrage...

      ist noch ungeklaert. Wie kommt sie fuer den Schaden auf den sie verursacht hat ? Wir muessen sofort von eine "politischen Verantwortung", also eben gar keiner Verantwortung, zu einer realen Haftung fuer Politiker wechseln !

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  • Flop am 29.10.2018 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Flip

    Über das Wahlergebnis ist sie noch beleidigt. Sie sollte sofort zurücktreten und diese Nahles auch!