Akkreditierung entzogen

08. November 2018 07:27; Akt: 08.11.2018 10:39 Print

Beschimpfter Reporter hat jetzt White House-Verbot

Im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch beschimpfte US-Präsident Trump einen CNN-Journalisten wüst. Der hat nun Hausverbot.

Der Eklat mit Trump

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Der Eklat ereignete sich am Mittwoch, bei einer Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump. Er sprach nach den wichtigen "Midterms"-Wahlen, bei denen seine Partei, die Republikaner, die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren.

Im Senat, der zweiten Kammer des US-Parlaments, konnten sie ihre Mehrheit ausbauen. Trotzdem zeigt Trump nach der Wahl Nerven. Er feuerte seinen Justizminister Jeff Sessions und war gegenüber den Medien sehr leicht reizbar.

Schimpftirade
So leicht reizbar, dass er auf Fragen des CNN-Reporters Jim Acosta mit einer Schimpftirade reagierte. Er bezeichnete den Mann als "unverschämte, fürchterliche Person" und einen "Feind des Volkes".

Acosta, der seiner Arbeit als Journalist nachging und mit einem Mikrofon Fragen an Trump richtete, blieb ruhig. Als eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses ihm das Mikro wegnehmen wollte, weil Trump fand "Es reicht jetzt", weigerte er sich.

Akkreditierung entzogen
Das nahm Trumps Team dann prompt zum Anlass, dem Journalisten seine Akkreditierung "bis auf Weiteres" abzunehmen. Er kann somit nicht mehr an Pressekonferenzen im Weißen Haus teilnehmen, hat quasi Hausverbot.

CNN reagiert
Der Arbeitgeber des Journalisten, der Sender CNN, verteidigt ihn und die Medien im Allgemeinen. "Die andauernden Angriffe des Präsidenten auf die Presse sind deutlich zu weit gegangen", heißt es in einem Statement. "Sie sind nicht nur gefährlich, sie sind verstörend unamerikanisch." Der Entzug der Akkreditierung für Acosta sei "beispiellos" und "eine Bedrohung für unsere Demokratie".

Und auch der Verband der White House-Berichterstatter (WHCA), wo sich alle akkreditierten Korrespondenten austauschen, sieht das Hausverbot als "schwach und fehlgeleitet". Das stehe in keinem Verhältnis zu dem angeblichen Vergehen und solle rückgängig gemacht werden, fordert der Verband.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kritischer Geist am 08.11.2018 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    die ungute Art ...

    Die ungute Art eines Bruno Kreisky mit Journalisten war damals legendär. Die selben Leute, die dieses Verhalten von Kreisky einst überzeugend fanden, empören sich heute über das Verhalten von Trump. Dabei ist es nur richtig, wenn demokratisch gewählte Politiker die Macht nicht-gewählter Medienvertreter limitieren.

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  • Nikolaus Hagenau am 08.11.2018 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kompetenz

    HEUTE ist zu loben dafür, dass über diverse, dem System nicht unbedingt genehme Themen berichtet wird, und ebenso dass es immer noch ein relativ freies Kommentarforum gibt. Von aussenpolitischen Themen sollte die Redaktion sich jedoch besser fernhalten. Oder dafür qualifiziertes Personal einstellen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Nikolaus Hagenau am 08.11.2018 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kompetenz

    HEUTE ist zu loben dafür, dass über diverse, dem System nicht unbedingt genehme Themen berichtet wird, und ebenso dass es immer noch ein relativ freies Kommentarforum gibt. Von aussenpolitischen Themen sollte die Redaktion sich jedoch besser fernhalten. Oder dafür qualifiziertes Personal einstellen.

  • Kritischer Geist am 08.11.2018 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    die ungute Art ...

    Die ungute Art eines Bruno Kreisky mit Journalisten war damals legendär. Die selben Leute, die dieses Verhalten von Kreisky einst überzeugend fanden, empören sich heute über das Verhalten von Trump. Dabei ist es nur richtig, wenn demokratisch gewählte Politiker die Macht nicht-gewählter Medienvertreter limitieren.

    • stealth71 am 08.11.2018 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kritischer Geist

      Ich weiß nicht, ob es noch soviele selben Leute gibt, die Kreisky noch selbst erlebt haben und sich jetzt über Trump echauffieren. Die sind in der Mehrzahl in einem Alter, wo ihnen der Typ übern Teich ziemlich wurscht ist und es wichtiger ist, ob nach langen Jahren einmal mehr als die Inflation bei der Pensionserhöhung abgedeckt wird

    • Kritischer Geist am 08.11.2018 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      @stealth71

      Dass uns der "Typ übern Teich" nicht wurscht ist, dafür sorgt die Presse schon. Manche Leute glauben deshalb wahrscheinlich wirklich, sie hätten keine anderen Probleme. Das wirklich witzige ist, dass sich viele Europäer anmaßen, Trump besser beurteilen zu können als die US-Bürger. Dabei sind sie völlig blind für den Umstand, dass sie ausnahmslos alle Informationen über Trump durch linke Medien erhalten.

    • Censorship am 09.11.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      Auch nicht minder einseitig?

      Kreisky mit Trump zu vergleichen, ist schon starker Tobak... ;) Und bei allem Respekt, es stellt sich die Frage wer blind ist, ob nicht jene Personen blind sind, die einen Psychopathen verteidigen, der mehrfach den Weltfrieden gefährdet hat? Ich bin sicher nicht in der linken Ecke, aber einen Irren erkenne ich, auch wenn er US Präsident spielt...

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