Paris

09. Februar 2019 17:05; Akt: 09.02.2019 17:44 Print

Gelbwesten-Demonstrant verliert Hand

Mehrere Hundert Gelbwesten sind am Samstag in Paris zusammengekommen. Mindestens eine Person wurde beim Protest schwer verletzt.

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Bei den "Gelbwesten"-Protesten in Paris ist es am Samstag zu gewaltsamen Zusammenstößen mit mindestens einem Schwerverletzten gekommen. Wie Sanitäter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP berichteten, verlor ein Mann bei einem Zwischenfall nahe des Parlamentsgebäudes seine Hand. Dort war es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen. Mehrere hundert Menschen waren zum 13. Protesttag der "Gelbwesten" in der Hauptstadt zusammengekommen.

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Der schwerverletzte Mann wurde von Rettungskräften abtransportiert. Am Unterarm hatte er einen Verband. Ein Augenzeuge, der die Szene filmte, gab an, die Verletzung rühre von einer Blendgranate her. Mit der Granate hätten die Sicherheitskräfte versucht, die Demonstranten vom Parlamentsgebäude zurückzudrängen, sagte der Augenzeuge Cyprien Roger zu AFP.

Verletzter Fotograf

Bei dem Verletzten handle es sich um einen Fotografen der "Gelbwesten". Er habe die heranfliegende Granate mit der Hand abwehren wollen, "daraufhin ist sie explodiert, als er sie berührte", sagte Roger. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben lag zunächst nicht vor. Ein Polizeisprecher bestätigte lediglich, dass ein Mensch an der Hand verletzt worden sei.

Die Demonstranten zogen vom Triumphbogen über die Champs-Elysées in Richtung Eiffelturm. Bei den Zusammenstößen vor dem Parlamentsgebäude setzte die Polizei Tränengas ein. Weitere Kundgebungen waren unter anderem in Bordeaux, Toulouse und Nantes angekündigt.

280.000 Personen zu Protest-Beginn

Die Beteiligung an den seit fast drei Monaten anhaltenden Protesten war zuletzt zurückgegangen. Am vorangegangenen Samstag gingen nach Angaben des französischen Innenministeriums 58.600 Menschen gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron auf die Straße. Die "Gelbwesten" selbst sprachen allerdings von 116.000 Demonstranten. Zum Start der Protestbewegung waren es Mitte November noch mehr als 280.000 gewesen.

Dieses Mal richteten sich die Proteste auch gegen ein geplantes Gesetz, das erleichterte Demonstrationsverbote und harte Strafen für Vermummte vorsieht. Einige Aktivisten haben dazu aufgerufen, sich gezielt zu vermummen.

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(afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Penelope am 09.02.2019 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache in Venezuela einmischen

    Bei den Zuständen in FR schweigt diese EU aber? Schon irgendwie seltsam... achso Macron steht ja mit vielen anderen EU-Granden sowie Medien- und Konzernbossen auf der "Liste von Teilnehmern an Bilderberbergkonferenzen" @ Wikipedia, alles klar. Da kann man froh sein dass Art.2 Abs.2 EMRK (siehe Jusline) nicht zur Anwendung kommt ;)

  • Metatron am 09.02.2019 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Granaten des Typs GLI-F4

    Diese Granaten enthalten neben einem Reizstoff auch Sprengstoff, der ungefähr 24 Gramm TNT entspricht. Wegen der schweren Verletzungen ist eine Debatte über ein Verbot dieser Granaten in Frankreich entbrannt.

  • Auchnemeinung am 09.02.2019 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Mehrere Hundert

    Ich glaube die Liveübertragung sprechen eine andere Sprache.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • PGL am 10.02.2019 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung

    Ich hoffe die Gelbwestenbewegung kommt auch zu uns. Höchst an der Zeit den Politikern die Grenzen zu zeigen

  • Peter Lüdin am 10.02.2019 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Man.

    darf hier nicht vergessen, dass eine in Prozenten kaum auszudrückende Minderheit ausserhalb jeglicher demokratischer Regeln und teilweise mit schwerer Gewalt versucht ihre Ziele durchzudrücken. Fatal wenn das jeder Andersdenkende machen würde. Die Polizei setzt hier lediglich die Interessen der gewählten Mehrheit konsequent durch. Vielleicht sollten die sogenannten "Gelbwesten" es mal friedlich versuchen.

    • Ehklar am 10.02.2019 10:49 Report Diesen Beitrag melden

      Nur ich

      Versuchen Sie diesen Prozentsatz auszudrücken! Wir werden es verstehen. Meinen Sie das ernst: " die Interessen der gewählten Mehrheit" schützen? Das würde bedeuten, nicht die Interessen der Mehrheit des Volks werden geschützt, sondern der GEWÄHLTEN!

    • Theendisnear am 12.02.2019 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      hubbabubba

      Es gibt Grenzen die sind bei den Franzosen erreicht, diese waren immer schon Patriotisch und Revolutionsnah, wir haben doch keine anderen Mitteln mehr, mit bitten und betteln geht bei dieser Politik absolut garnichts

    einklappen einklappen
  • sabrina am 10.02.2019 01:30 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ein französischer Polizeistaat

    Gewaltsame Zusammenstöße? Die einzigen die in den ganzen Videos auf Youtube von den Gelbwestenprotesten gewaltsam sind, ist die Polizei: von Tränen- oder Blendgranaten, Gummigeschosse, die dir das Auge wegpusten, und Knüppel,die dir die Beine brechen. Macron ist Schuld! Friedliche Demos müssen immer erlaubt sein! Auch bei uns gibt es die Donnerstagsdemo, friedlich. Auch wenn es nicht jedem passt, und viele die Donnerstagsdemo verteufeln, ja ich mag sie auch nicht, aber es ihr gutes Recht zu demonstrieren! ein Verfassungsrecht. Wenn es dieses Recht nicht mehr gibt, hat die Demokratie aufgehört

  • Hannelore am 09.02.2019 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Überschrift!

    Gelbwesten-Demonstrant verliert Hand! Na hoffentlich findet er sie wieder!

  • Auchnemeinung am 09.02.2019 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Mehrere Hundert

    Ich glaube die Liveübertragung sprechen eine andere Sprache.